Verwendung der Erträge der Bürgerstiftung Ingolstadt im Jahr 2006

Am 8. November 2006 konnte der Stiftungsrat erneut Erträgnisse in Höhe von 72.000 Euro an soziale und kulturelle Vereine und Initiativen vergeben.
Den 18 begünstigten Organisatoren wurden am 21. Dezember 2006 die Zuwendungen durch Oberbürgermeister Dr. Alfred Lehmann übergeben.

   
Alzheimer-Quiz der Alzheimer Gesellschaft e. V.

Alzheimer Gesellschaft e. V.

Alzheimer – diese Krankheit betrifft in ihren Auswirkungen nicht nur die Erkrankten selbst und ihre Partner, sondern das gesamte familiäre Umfeld. Nicht nur die – in der Regel erwachsenen – Kinder der Patienten haben mit den Auswirkungen der Krankheit zu kämpfen, sondern auch deren Enkel. Nicht zuletzt deshalb, aber auch wegen der Herausforderung, die Alzheimer für unsere Gesellschaft mit sich bringt, hat die Alzheimer Gesellschaft Ingolstadt e. V. in den Jahren 2006 bis 2008 ein Projekt an Schulen in Ingolstadt und Umgebung initiiert, bei dem Schüler und Lehrer gleichermaßen eingebunden waren. Neben einer Informationsveranstaltung für Lehrer gab es auch eine Reihe von Vorträgen in den Schulen sowie eine Ausstellung im Deutschen Medizinhistorischen Museum Ingolstadt zum Thema „100 Jahre
Alzheimer – Ein Arzt und seine Zeit“, in deren Rahmen Schüler an einem Quiz zu Alzheimer teilnehmen konnten.

Die Bürgerstiftung Ingolstadt hat das Projekt „Alzheimer an Schulen“ im Jahr 2006 mit einem Betrag von 2.000 Euro gefördert.

   
Bürgerhilfe Ingolstadt e. V.

Bürgerhilfe Ingolstadt e. V.

Die Kinderwelt Regensburger Straße der Bürgerhilfe erhielt durch die finanzielle Unterstützung der Bürgerstiftung Ingolstadt eine Wasserspielanlage.

   
Evangelische Aussiedlerarbeit

Evangelische Aussiedlerarbeit

„Mehmets Denk-Werkstatt“ von der Evangelischen Aussiedlerarbeit im Dekanat Ingolstadt wurde mit 5.000 Euro von der Bürgerstiftung Ingolstadt bedacht. Das Projekt von Sozialarbeiter Mehmet Celik will die soziale und gesellschaftliche Situation in der Wohnanlage an der Permoserstraße verbessern. Gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen werden sinnvolle Konzepte zur Freizeitgestaltung entwickelt. Die Mütter der Kinder und Jugendlichen treffen sich zwei Mal im Monat zu einem Frühstück und lassen sich von Mehmet Celik bei Erziehungsfragen beraten. Wöchentlich kommen sie zu einem Deutschtraining zusammen.

   
Filmprojekt

Filmprojekt „Zwei Reisende in einer Sommernacht“

Das Kurzfilmprojekt „Zwei Reisende“ von Produzent Lennart Harendza und Regisseurin Felicitas Darschin wurde mit 5.000 Euro von der Bürgerstiftung Ingolstadt unterstützt. Die Dreharbeiten zu dem surrealen Liebesfilm um den Straßenpantomimen Manuel wurden bereits im Sommer 2006 mit einem 30-köpfigen Team und bekannten Hauptdarstellern in Ingolstadt durchgeführt. Der Film wird im Frühjahr 2007 in Ingolstadt zu sehen sein und auf diversen Kurzfilmfestivals eingereicht werden. „Zwei Reisende“ entstand in Zusammenarbeit mit der renommierten Hochschule für Fernsehen und Film München.

   
Frauen beraten e. V.

Frauen beraten e. V.

Im persönlichen Beratungsgespräch werden Fragen der Schwangeren beantwortet, auf individuelle Probleme eingegangen und über soziale Hilfen informiert.
Die Beratung und Begleitung von Frauen und Familien während der Schwangerschaft und nach der Geburt bis zum 3. Lebensjahr des Kindes sind Grundaufgaben der Schwangerschaftsberatungsstelle von Frauen beraten e. V. Die Beratung ist kostenfrei und vertraulich, unabhängig von Nationalität und Religion und auf Wunsch auch anonym.
Neben der persönlichen Beratung geht es in der Schwangerschaftsberatung auch um konkrete Hilfestellung und Unterstützung, z.B. bei der Anschaffung von Babykleidung, einem Kinderwagen oder einem Kinderbett. Aber auch Hilfe bei außergewöhnlichen Situationen, wie Fahrtkosten in die Klinik, wenn es sich um eine Behinderung oder Frühgeburt handelt; Unterstützung beim Kauf besonderer Babynahrung da eine Allergie vorliegt; kurzfristige überbrückung einer akuten Notlage zum Kauf von Windeln, Lebensmitteln, usw.

   
Gesundheitsamt Ingolstadt

Gesundheitsamt Ingolstadt

Die Bürgerstiftung Ingolstadt unterstützt mit 1.000 Euro Primärpräventionsmaßnahmen des Gesundheitsamtes bei Essstörungen. Mit der Zuwendung wird die Ausbildung gleichaltriger Ansprechpartnerinnen im Kontext Schule im Rahmen einer peer-to-peer-education gefördert.
Nach offiziellen Schätzungen leiden in Deutschland über 100.000 Frauen an Magersucht; mindestens 600.000 an Bulimie.
Angesichts dessen erscheint ein präventives Vorgehen im Vorfeld einer Erkrankung als unerlässlich. Wissenschaftler glauben, dass Essstörungen Ausdruck innerer Verunsicherung sind: Mangelndes Selbstwertgefühl, Angst vor dem Frauwerden, Probleme, die eigene Identität und Stellung in der Gesellschaft zu finden.
Zielgruppe der Präventionstutorinnenausbildung sind Mädchen und Jungen ab der 8./9. Jahrgangsstufe diverser Schulen, sowie Lehrkräfte als Kooperationspartner.
Ein Grundgedanke ist: Schüler helfen Schülern. Als Tutoren sollen sie an der Schule kompetente Ansprechpartner für Mitschüler sein, Vortragseinheiten zu dieser Thematik, sowie öffentlichkeitsarbeit an der Schule anbieten. Essgestörten soll die Angst vor einer Therapie genommen und zu professioneller Hilfe motiviert werden.
Bisher wurden an zwei Gymnasien, einer Realschule und einer Hauptschule Tutorinnen ausgebildet.

   
Historischer Verein Ingolstadt e. V.

Historischer Verein Ingolstadt e. V.

„Flucht und Vertreibung – Integration der Heimatvertriebene nach 1945 in Ingolstadt“:
Der Historische Verein Ingolstadt betreut seit vielen Jahren Forschungen zur Zeitgeschichte der Stadt. Intensiv gefördert hat der Verein die Forschungen zum Thema „Zwangsarbeiter in Ingolstadt während des 2. Weltkrieges“, die im Jahr 2005 in einer großen Ausstellung im Stadtmuseum präsentiert wurde.
Für das Jahr 2008 bzw. 2009 heißt das Thema: „Geschichte der Heimatvertriebenen nach 1945 und ihre Integration in Ingolstadt“. Da die überwiegende Zahl der Flüchtlinge nach Ingolstadt aus dem Sudetenland stammte, konzentriert sich die Arbeit besonders auf diese Vertriebenengruppe und dokumentiert damit exemplarisch das Schicksal der Flüchtlinge aus dem ehemaligen deutschen Ostgebieten.
Die Relevanz des Themas ergibt sich schon aus der schieren Anzahl der Personen, die in Ingolstadt aufgenommen werden mussten, denn allein vom März 1946 bis Anfang Oktober 1947 kamen in Ingolstadt 20 Transporte mit insgesamt 11.194 Flüchtlingen an, bis 1948 war ihre Zahl auf 14.600 angewachsen. Sie hatten oft keinerlei Besitz mehr oder nur mehr einen Sack, in dem die wichtigsten Habseligkeiten über hunderte von Kilometern in die neue Heimat mitgebracht worden waren.
Die Geschichte der Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten ist eng mit der Nachkriegsgeschichte Ingolstadts verknüpft, so dass eine Bearbeitung des Themas und eine entsprechende Ausstellung auf großes Interesse bei der Ingolstädter Bevölkerung stoßen dürfte.

   
Ingolstädter Motettenchor e. V.

Ingolstädter Motettenchor e. V.

Die Zuwendung der Bürgerstiftung Ingolstadt in Höhe von 5000 Euro wird zur Durchführung einer gezielten Stimmbildung des gesamten Chores in Kleingruppen mit professionellen Lehrkräften verwendet.

   
Kleinkunstbühne Neue Welt

Kleinkunstbühne Neue Welt

Seit 3. Oktober 1983 finden in der Kleinkunstbühne Neue Welt Veranstaltungen aus dem Bereich Folk, Blues, Kabarett und Kleinkunst statt. Mit über 150 Terminen im Jahr 2006 an den traditionellen Gastspieltagen Montag/Dienstag und Donnerstag war die Neue Welt Gastgeber für große Stars und Newcomer und Bühne auch für die Ingolstädter Szene. Ohne die „Bretter“ dieser Kleinkunstbühne gäbe es keine Kabaretttage, kein Bluesfest u.v.a. in Ingolstadt, da sich die Künstler nicht von Anfang an ihr Publikum erspielen könnten, sondern nur im Rahmen von Gastspielreisen per Zufall den Weg nach Ingolstadt finden würden.
Nach bald 25 Jahren (3. Oktober 2008) gehört die Neue Welt zu den Topadressen für das deutschsprachige Kabarett und die internationale Folk- und Bluesszene. Diese „kulturelle Insel“ im Ingolstädter Kulturleben weiterhin zu erhalten hilft die Zuwendung der Bürgerstiftung in besonderem Maße.

   
Schanzer Puppenspieler e. V.

Schanzer Puppenspieler e. V.

Die Schanzer Puppenspieler sind ein kleiner eingetragener Verein, der sich dem Puppenspiel verschrieben hat. Der Verein plant und baut sowohl die Puppen, wie auch die Bühnenbilder (Kulissen), Requisiten und alles was ein Puppentheater erfordert in Eigenregie. Auch die Prosageschichten und die Drehbücher werden von den Schanzer Puppenspielern verfasst.
Mit der Zuwendung der Bürgerstiftung in Höhe von 3.000 Euro wird der Ausbau einer Bühne im ehemaligen Schwimmbad des Neuburger Kasten und die Ausstattung mit einer Beleuchtungsanlage finanziert.

   
Schuldenprävention des Diakonischen Werks Ingolstadt

Schuldenprävention des Diakonischen Werks Ingolstadt

Die Zuwendung wird für ein Projekt zum Thema „Handy“ im Rahmen der Schuldenpräventionsarbeit des Diakonischen Werkes Ingolstadt verwendet.

   
Jugend-Zeltplatz des Stadtjugendrings

Stadtjugendring Ingolstadt

Der Stadtjugendring formuliert und vertritt die Anliegen von Kindern und Jugendlichen und schafft auch Voraussetzungen, damit Jugendarbeit stattfinden kann. Im Rahmen dieser Bestrebungen ist auch der Jugend-Zeltlagerplatz im Naherholungsgebiet am Baggersee entstanden, der durch die Zuwendung der Bürgerstiftung Ingolstadt in Höhe von 3.000 Euro weiter ausgebaut werden konnte. Er steht allen Trägern von Jugendarbeit sowie Schulen und Kindergärten zur Durchführung von Freizeiten zur Verfügung.

Jugendzeltplätze sind besondere Angebote. Sie eröffnen Kindern und Jugendlichen Erfahrungsmöglichkeiten in ungezwungener Umgebung, denen sie sonst kaum begegnen: Natur pur, Freiheit und Bewegung, Spiel und Spaß sowie Erfahrungen im Organisationsrahmen einer Gruppe. Jeder kann nach eigenem Belieben aktiv werden oder einfach faul herumhängen.
Sport- und Freizeitgeräte wie Tischtennisplatte, Fußballtore und Volleyballnetze auf dem Platz fördern die Gemeinschaft und die Bereitschaft zur körperlichen Betätigung.