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Biber
An den Altarmen und dem E-Graben zwischen dem Schafirrsee und dem Hopfenwehrlsee
wurden drei Reviere festgestellt. Die Donau ist bislang nicht besiedelt.
Fledermäuse
Mit Abendsegler, Rauhhautfledermaus, Zwergfledermaus und Wasserfledermaus
wurden vier Arten sicher nachgewiesen. Das Vorkommen von mindestens
zwei weiteren Arten, Kleiner Abendsegler und Braunes Langohr, ist wahrscheinlich.
Die am häufigsten nachgewiesene Art ist der Abendsegler, für den der
Gerolfinger Eichenwald als Durchzugsgebiet, insbesondere im Frühjahr
eine große Rolle spielt. Alle Fledermausarten sind in der Roten Liste
von Bayern enthalten.
Vögel
Insgesamt
wurden 117 Vogelarten nachgewiesen, darunter 87 Brutvogelarten (sichere
bzw. wahrscheinliche Brutvögel). In Gesamtbayern geht man von etwa 211
brütenden Vogelarten aus, somit zeigt sich hier wiederum eine hohe Bedeutung
allein anhand der Repräsentanz. Über die Hälfte aller in Bayern brütenden
Vogelarten ist somit im Eichenwald als Brutvogel nachgewiesen worden.
Auch im Hinblick auf die Arten-Areal-Kurve zeigt sich die besondere
Stellung des Eichenwalds. Bei einer Fläche von rund 1.200 ha sind rund
60 Brutvogelarten zu erwarten, fast um die Hälfte mehr (87 Arten) wurden
erfaßt. Hinsichtlich des Bewertungskriteriums Vollständigkeit des Artenspektrums
ist dem Gebiet
ebenfalls ein sehr hoher Wert beizumessen. Das Spektrum der laubwaldbewohnenden
Arten ist nahezu vollständig vertreten. Die Anzahl von 9 sicher bzw.
wahrscheinlich im Gebiet brütenden Greifvogelarten ist sehr hoch und
dürfte in kaum einem anderen bayerischen Gebiet vergleichbarer Größe
erreicht werden.
Von
den 117 Arten sind 40 nach der Roten Liste von Bayern gefährdet, darunter
sind 28 Brutvogelarten. Bemerkenswert ist, daß alle zu erwartenden Spechtarten
(neben den häufigeren Arten Buntspecht und Schwarzspecht auch die weniger
verbreiteten Arten Grünspecht, Grauspecht und Kleinspecht sowie der
seltene Mittelspecht) als Brutvögel im Eichenwald leben. Naturschutzfachlich
besonders wertvoll sind die Nachweise von Mittelspecht und Halsbandschnäpper,
die beide nach der Roten Liste von Bayern als stark gefährdet gelten
müssen. Der Mittelspecht besetzt im Eichenwald ca. 30 - 35 Reviere und
hat in Verbindung mit den südlichen Donauauen, in denen er ebenfalls
in zumindest mittlerer Dichte vorkommt, hier vermutlich seinen größten
Bestand in Südbayern.
Der Bestand dürfte entscheidende Bedeutung für das Überleben der Art
im mittleren Donauraum Bayerns haben. Noch höher ist die Dichte des
Halsbandschnäppers, der vorzugsweise horizontal reich strukturierte
Laubwälder mit lückigem Kronendach besiedelt. Es ist von rund 200 besetzten
Halsbandschnäpper-Revieren im Eichenwald auszugehen; somit hat der Eichenwald
auch für diese Art eine herausragende Bedeutung.
Reptilien
Obwohl
die Reptilienfauna nur kursorisch erfaßt worden ist, konnten zahlreiche
Reptilien-Nachweise aufgenommen werden. Bedeutsam sind v. a. die
relativ großen Zauneidechsenbestände, die Häufigkeit der Ringelnatter
und das Vorkommen der selteneren Schlingnatter, die zusammen eine Einstufung
des Eichenwalds als zumindest regional bedeutsam rechtfertigen.
Amphibien
Im Eichenwald und den unmittelbar angrenzenden Kiesgruben bei Irgertsheim
wurden neun Arten nachgewiesen. Besonders erwähnenswert sind die Vorkommen
von Wechselkröte (Rote Liste Bayern 1) sowie Kamm-Molch und Knoblauchkröte
(beide Rote Liste Bayern 2), ferner des Laubfrosches und der Gelbbauchunke
(jeweils Rote Liste Bayern 3). Damit ist der Eichenwald für die Amphibienfauna
überregional bedeutsam.
Fische
Bei Probebefischungen wurden im E-Graben 11 Fischarten nachgewiesen,
die Fischfauna ist somit als artenreich einzustufen, typische Fließgewässerarten
fehlen weitgehend, da der E-Graben zumeist sehr langsam fließt. Besonders
bemerkenswert ist der Nachweis des stark gefährdeten Bitterlings. Ebenfalls
bei Probebefischungen im stark verlandeten Altwasser am Dürrensee wurden
6 Fischarten festgestellt; diese geringe Artenzahl ist v. a. auf die
isolierte Lage zurückzuführen. Nur bei stärksten Hochwässern, wie sie
nur im Abstand vieler Jahre auftreten, findet noch Austausch mit anderen
Gewässern statt. Nach Auskunft der Fischereiberechtigten gibt es am
Schafirrsee 13 Fischarten, darunter mit dem Moderlieschen eine nach
der Roten Liste potentiell gefährdete Art. Der Schafirrsee hat eine
gewisse Ersatzfunktion für die durch die Donauregulierung und den Staustufenbau
stark eingeschränkte Habitatfunktion der Altarmreste.
Tagfalter
Im Eichenwald konnten 63 Tagfalterarten nachgewiesen werden. Dies
ist wiederum ein angesichts der Größe und relativen Homogenität der
abiotischen Daten hoher Wert. 27 Arten sind in der Roten Liste Bayern
aufgeführt, dies entspricht 42% aller Artnachweise. Unter den gefährdeten
Arten befinden sich zwei vom Aussterben bedrohte Arten: der Kreuzenzian-Ameisenbläuling
(Maculinea rebeli) und das Wald-Wiesenvögelchen (Coenonympha hero) und
6 stark gefährdete Arten. Der Eichenwald hat somit herausragende Bedeutung
für die Tagfalterfauna und ist als überregional bedeutsam einzustufen.
Nachtfalter
Im Rahmen verschiedener Untersuchungen wurden 326 Arten nachgewiesen,
darunter 44 Arten der Roten Liste Bayern, darunter einige sehr seltene
(7 Arten Rote Liste, Status 2). Im Vergleich mit den wenigen übrigen
Gebieten, in denen Untersuchungen zur Nachtfalterfauna durchgeführt
worden sind, zeichnet sich ab, daß der Bestand überdurchschnittlich
artenreich ist. Als überdurchschnittlich ist auch der Anteil an Rote-Liste-Arten
zu werden. Er liegt hier trotz der bruchstückhaften Durchforschung bei
rund 14%, aus anderen Gebieten sind Werte zwischen 5 bis 10% bekannt.
Heuschrecken
Trotz einer sehr geringen Stichprobenzahl konnten 16 Arten nachgewiesen
werden. Besonders erwähnenswert ist das Vorkommen der Blauflügeligen
Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens; RLBay 2), die Rohbodenstandorte
besiedelt.
Libellen
Auch bei den Libellen umfaßt die Bestandsaufnahme nur wenige Stichproben
und kann deshalb nicht vollständig sein; doch selbst im Rahmen der wenigen
untersuchten Gewässer ergab sich, daß das Gebiet trotz der im Vergleich
mit den südlichen Donauauen wesentlich geringeren Ausstattung mit Gewässern
immer noch eine zumindest regionale Bedeutung hat. Bemerkenswert sind
insbesondere die Gefleckte Smaragdlibelle (Somatochlora flavomaculata,
RLBay 2) und die in Südbayern allgemein seltene Gefleckte Heidelibelle
(Sympetrum flaveolum).
Stechimmen
Zu den Stechimmen zählen u. a. Bienen und Wespen. Auf nur acht Probeflächen
wurden 118 Arten nachgewiesen, darunter 35% nach der Roten Liste Bayern.
Es dominieren weit verbreitete und häufige Arten, doch gelangen auch
Nachweise einiger seltener Arten, insbesondere am Hohenlohe
und auf der Felberschütt. Besonders hervorzuheben ist der Nachweis des
bislang in Bayern als verschollen geltenden Auwaldbewohners Ectemnius
nigritarsus auf der kleinen Brenne am Weg von Mühlhausen zur Donau.
Holzbewohnende
Käfer
Etwa ein Viertel der Käferfauna der BRD zählt zu den holzbewohnenden
Arten (xylobionte Formen). Im Eichenwald wurden 247 Arten erfaßt, darunter
51 Arten (20%) der Roten Liste der BRD (eine vollständige Rote Liste
Bayern gibt es für die Holzkäferarten bislang noch nicht). Neben zahlreichen
gefährdeten Arten, gelangen auch Nachweise von besonders seltenen Arten
(2 Arten Rote Liste BRD Gefährdungsgrad 1, 3 Arten Rote Liste BRD Gefährdungsgrad
2). Im Vergleich mit den wenigen vorhandenen Untersuchungen aus anderen
Gebieten Bayerns zeichnet sich der Eichenwald durch die höchste Artenzahl
aus, er ist von landesweiter Bedeutung. Aufgrund der nachlassenden Biotopqualität,
vor allem bei der Eiche, sind die gefährdeten Arten aber nicht mehr
mit einem so hohen Anteil vertreten, wie aus älteren Untersuchungen
bekannt sind.
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