Zustandserfassung
Gerolfinger Eichenwald

 
 
Kapitel 5
Überregionale Bedeutung
 
 

Der Gerolfinger Eichenwald ist nicht nur regional, sondern weit über die Regionsgrenzen hinaus von großer Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz. Insbesondere der hohe Anteil sehr naturnaher Wälder und die herausragende Stellung der Felberschütt mit ihrer vollständigen Zonationsabfolge von offenen Magerrasen über verbuschte Randbereiche und Pfeifengras-Kiefernwälder zu mäßig intensiv genutzten feuchten Wiesen, Schilfröhricht und offenen Wasserflächen sind dafür maßgeblich. Die wichtige überregionale Funktion des Gerolfinger Eichenwalds wird einmal an der weit über die Regionsgrenzen hinausreichenden Artenschutzfunktion deutlich, zum zweiten verdeutlicht auch die Auswertung der Flußauenkartierung die besondere Rolle des Auengebiets im Untersuchungsgebiet.

Artenschutzfunktion
Als Artengruppen von landesweiter Bedeutung sind folgende Gruppen wegen größerer Bestände an sehr seltenen oder dem Vorkommen vom Aussterben bedrohten Arten einzustufen:

 
 

Vögel (Brutvögel)

Holzbewohnende Käfer

Pflanzen der Verlandungsvegetation und Feuchtwiesen

 
 
 

Folgende Artengruppen haben überregionale Bedeutung:

 
 

Fledermäuse

Amphibien

Tagfalter

Nachtfalter

Stechimmen

Pflanzen der Magerrasen und Magerwiesen

 
 
 

Auswertung der Flußauenkartierung
In den 80er Jahren wurde an allen großen Flüssen Bayerns im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umweltschutz die Flußauenkartierung durchgeführt. Danach beträgt die Auwaldfläche in Bayern rund 41.250 ha, wobei fast 80% der Gesamtfläche auf Südbayern entfallen. Fast ein Drittel der Auwälder Südbayerns (10.670 ha) befinden sich an der Donau. Der Gerolfinger Eichenwald liegt im Zentrum der noch weitgehend flächendeckenden Verbreitung des Auwaldes.

In der Flußauenkartierung wurden die Wälder und Gehölze 5 verschiedenen Naturnähegraden zugeordnet:

 
 

Naturnahe Auwälder

Bedingt naturnahe Auwälder

Entfernt naturnahe Auwälder

Naturferne Auwälder

Sonstige Gehölze (z. B. Hecken und Flurgehölze, Gehölzsukzessionen auf ehemaligen Abbauflächen)

 
 
 

Die Auswertung bezüglich dem Vorkommen an der Donau, dem Vorkommen an den übrigen wichtigsten südbayerischen Flüssen (Iller, Lech, Isar, Inn und Salzach) und dem im Gerolfinger Eichenwald belegt die herausragende Bedeutung der Wälder im Eichenwald auch im überregionalen Vergleich. Während der Anteil der naturnahen Auwälder an der Donau insgesamt und an den übrigen wichtigsten südbayerischen Flüssen bei 17% bzw. 13% liegt, beträgt er im Eichenwald 61%, also fast das Vierfache!

Auch bei der überregionalen Bewertung der Brennen, schneidet der Eichenwald sehr gut ab. Die Felberschütt ist eine der größten und besterhaltensten Brennen an der gesamten bayerischen Donau. Im Eichenwald wurden auf ca. 39 ha Brennen bzw. brennenartige Bestände erfaßt, das entspricht 13% der Gesamtfläche und immerhin 4% des bayerischen Bestands.

Der Gerolfinger Eichenwald wurde zusammen mit den ebenfalls sehr wertvollen südlichen Donauauen in der Auswertung der Flußauenkartierung als wichtigstes Auwaldgebiet an der gesamten bayerischen Donau eingestuft.

 

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