Einbogenlohe - Spitalhof

 


1. Grundlagen


Das Projekt liegt am nordöstlichen Ortsrand des Stadtteils Spitalhof im sogenannten Lohengürtel der Stadt Ingolstadt. Die überplanten Flächen stellen einen ehemaligen Altarm der Sandrach dar, der im Gelände als deutlich ausgeprägte Mulde zu erkennen war.

  Ferner ist das Projekt „EINBOGEN-LOHE“ Bestandteil des „Auenprogramms“. Die Baumaßnahme wurde zu 50% von der EU im Rahmen des Life-Programmes bezuschußt.
 

2. Entwicklungsziele

Die öffentliche Grünfläche östlich der Hans-Denck-Straße ist ein wesentlicher Baustein des Lohenprogrammes. Zum einen soll die Einbogenlohe als ein fließender, sanfter Übergang zwischen freier Landschaft und Siedlungsfläche fungieren. Zum anderen wird durch die geplante Lohenrenaturierung den Bürgerinnen und Bürgern eine siedlungsnahe Erholung ermöglicht, der lokale Naturhaushalt gestärkt und neuer Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten geschaffen.

 


3. Bauausführung

Die Arbeiten wurden in drei aufeinanderfolgenden Ausbaustufen durchgeführt:

1996:

1997:


1998:

1999 / 2000:

 

Entlandung des ersten Teilabschnittes, Bepflanzung des südlichen Lohenabschnittes.

Entlandung des zweiten Teilabschnittes (nördliche Flächen), Anlage der Flachwasserzonen für Amphibien, restliche Bepflanzung, Ansaat der Wiesenflächen.

Entlandung des 3. Teilabschnittes, im Osten, Fertigstellung der Bepflanzung.

Bau eines Pavillons mit Ausstellung (sog. EXPO-Pavllion).

  Insgesamt entstanden auf einer Fläche von ca. 40.000m² knapp 10.000m² Wasserflächen mit unterschiedlichen Uferbereichen und Wassertiefen über 3m, zudem Wiesen- und Altgrasstrukturen, heimische Gehölzpflanzungen, und Sukzessionsflächen (= Flächen mit ungestörter Entwicklung, ohne Mahd etc.).
  Eine Besonderheit im Bereich der Bepflanzung sind Weidensetzstangen, die im nahegelegenen Zucheringer Wald von Kopfweiden geschnitten wurden und als Setzstangen in der Einbogenlohe gepflanzt wurden. Durch Verwendung der Weiden aus dem Zucheringer Wald ist gewährleistet, daß die heimische Flora – zumindest bei der Weidenbepflanzung – unverfälscht und regionaltypisch bleibt.
 
Die Bepflanzung der Gehölze erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Obst- und Gartenbauverein Brunnenreuth. Dieser Verein hat die Patenschaft für die Einbogenlohe übernommen. Neben der Pflanzaktion wurde 1998 auch eine Müllräumaktion von diesem Verein durchgeführt.
 
 
Schließlich wollen wir auf eine weitere Besonderheit an der Einbogenlohe hinweisen: Während der Ausbaggerung wurden vollständige und unversehrte Baumstämme, sog. Mooreichen, gefunden. Diese Bäume standen z.T. vor mehreren Tausend Jahren an den Ufern der damals zahlreichen Seitenarme und Flußschleifen der Donau. Als die Bäume umstürzten, wurden sie im Schlamm der Donau begraben und so bis heute unter Luftabschluß konserviert. Die Mooreichen wurden an der Einbogenlohe belassen, als sichtbares Zeichen für die bewegte Landschaftsgeschichte Ingolstadts, die noch heute deutlich anhand der verbliebenen Auwaldreste und Lohenschleifen im südlichen Stadtgebiet ablesbar ist.

[Übersicht „Lohenprogramm Ingolstadt“] | [Weitere Informationen – Gartenamt Ingolstadt]