Veranstaltungen


Aktuelle Meldung - 27.02.2011


machMIT (Migration-Integration-Teilhabe)

Auftaktveranstaltung im Jugendtreff Paradise 55

 

machMIT, ein neues, gemeinsames Projekt der Mobilen Jugendarbeit Nordost (MJA NO), der Sozialen Stadt Augustinviertel und des Jugendmigrationsdienstes (JMD) geht am Montag, 28. Februar, ab 17 Uhr im Jugendtreff Paradise 55, Stömmerstraße 19, mit einer Informationsveranstaltung offiziell an den Start.

Der Name ist Programm. Jeder der drei Träger verfolgt unterschiedliche Ansätze, hat verschiedene Zielgruppen. Allen gemeinsam aber ist die Idee, die Jugendlichen zu motivieren, sich selbst zu organisieren, sie zu qualifizieren und in die Lage zu versetzen, als Multiplikatoren zu wirken.
Ob Grillhütte, Ballspielwand oder ein neuer Belag für die Außenanlagen der Mobi-Station Paradise 55, genügend Ideen sind schon da. „In die Tat umsetzen sollen die Jugendlichen das selber“, so das Ziel von Gabi Pulm-Muhr, Leiterin der Mobilen Jugendarbeit Nordost. Dazu wird auch gehören, sich mit den zuständigen Behörden auseinander zu setzen.
Im Dezember standen drei Mädchen bei Christoph Bittlmayer im Stadtteilbüro. „Wir wollen basteln“, erklärten sie dem verdutzten Stadtteilkoordinator im Augustinviertel. Der fand das super und versprach, jemanden zu finden, der mit ihnen basteln würde. „Am liebsten hätten sie gleich alleine losgelegt“, erzählt er verschmitzt. Mittlerweile kümmert sich Meral Uslu um die Mädchengruppe, die schnell auf zehn Teilnehmerinnen angewachsen ist.
„Jugendliche sind auf der Suche, so wie Tiger und Bär in Janoschs „O wie schön ist Panama““, zieht Karoline Schwärzli-Bühler vom Jugendmigrationsdienst einen plastischen Vergleich. Mit Hilfe des neuen Projektes machMIT (Migration-Integration-Teilhabe) soll den Jugendlichen eine Chance geboten werden, „sich ihren Platz in der Gesellschaft zu erobern“, sagt Schwärzli-Bühler. Der JMD wird Jugendliche begleiten, die in selbst organisierten Gruppen aktiv werden und ihre Freizeit gestalten möchten.
„Die Zeiten sind vorbei, als ein Projekt verzapft und dann den Jugendlichen übergestülpt wurde“, ergänzt ihr Kollege Mehmet Celik. Er will den umgekehrten Weg gehen, fragen, was die Jugend möchte und sie motivieren, das dann auch selber anzugehen. „Dabei dürfen sie auch mal auf die Nase fallen“, findet Bittlmayer, „es wäre unrealistisch, wenn sie diese Erfahrung nicht machen dürften“.
Das Besondere an machMIT: Es soll ein Netzwerk entstehen, in das sich möglichst viele Jugendverbände, Vereine, Kulturvereine, Migrantenselbstorganisationen, Lehrer, aber auch interessierte Privatpersonen einbringen – kurz alle, die sich für Kinder und Jugendliche engagieren (wollen). In der Vorbereitung hat der Jugendmigrationsdienst mit dem Umweltamt eine Zusammenarbeit vereinbart. Im Augustinviertel ist die Jugendorganisation JDR (Jugendliche Deutsche aus Russland) im Boot. Im Gespräch ist man auch mit dem Jugendrotkreuz und mit einer Theatergruppe, die aus dem „Überflieger“-Zirkustheaterprojekt des Vorjahres entstanden ist. Schon am Wochenende haben Meral Uslu und Valerica David, Leiterin des Kidstreffs im Stadtteiltreff Augustinviertel, eine erste Jugendleiterschulung besucht.

In Ingolstadt leben etwa 41 Prozent Menschen mit Migrationshintergrund (Stand Dezember 2010), im Augustinviertel sind es 60 Prozent, im Konradviertel 67 Prozent und im Piusviertel 78 Prozent. Weit mehr als die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen in Ingolstadt stammt aus Zuwandererfamilien oder Familien mit Migrationserfahrung. Häufig sind sie wenig in den umgebenden Sozialraum eingebunden, in örtlichen Vereinen, Verbänden und Jugendorganisationen meist unterdurchschnittlich vertreten. Das auf zwei Jahre angelegte und vom BJR (Bayerischer Jugendring) geförderte Projekt setzt hier an. Einerseits werden niederschwellige machMIT-Aktionen direkt bei den Trägern angeboten, andererseits wird eng mit Kooperationspartnern zusammengearbeitet, um die Jugendlichen besser in den vorhandenen Sozialraum zu integrieren. Die Zielgruppe besteht zu etwa 80 Prozent aus Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Zentrale Aufgabe ist die Qualifizierung Ehrenamtlicher, denen regelmäßige Treffen im Sinne der Jugendleiterausbildung angeboten werden.

Ansprechpartner:
Gabi Pulm-Muhr
Mobile Jugendarbeit Nordost „Paradise 55“
Tel. 590 96

Karoline Schwärzli-Bühler und Mehmet Celik
Jugendmigrationsdienst Ingolstadt
Tel. 491 73 90

Christoph Bittlmayer
Soziale Stadt Augustinviertel, Stadtteiltreff Augustinviertel
Tel. 881 66 36

Zurück zur Übersicht

« Dezember 2014 »
MO DI MI DO FR SA SO
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31        

Eigene Veranst. anmelden