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Der Werdenfelser Weg - gemeinsam Verantwortung übernehmen

In Ingolstadt, wie auch im Landkreis Eichstätt, wurde schon früh begonnen, sich sehr kritisch mit Fixierungsfragen in der Pflege auseinanderzusetzen. In den letzten Jahren konnte die Situation der Betroffenen in diesem Punkt verbessert werden.

Bei der Auftaktveranstaltung in der Kolping-Akademie wurden nun die Grundlagen für Soziales - Werdenfelser Wegeine Minimierung von freiheitsentziehenden Maßnahmen gelegt. Fixierungen in Einrichtungen sollen zum absoluten Ausnahmefall in unausweichlichen Situationen werden.

Auf Anregung zweier Betreuungsrichter sowie der Betreuungsstellen und FQAs (Heim- aufsichten) der Stadt Ingolstadt und des Landkreises Eichstätt fand am 17. April 2013 in der Kolping-Akademie Ingolstadt eine Veranstaltung mit dem Titel "Der Werdenfelser Weg - Verantwortungsvoller Umgang mit freiheitsentziehenden Maßnahmen“ statt.

Der Initiator des Werdenfelser Weges, Dr. Sebastian Kirsch, selbst Richter am Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen, erläutert in seinem Vortrag die Vorgehensweise:

  1. Die Anwendung von freiheitsentziehenden Maßnahmen stellt für den Betroffenen einen erheblichen Eingriff in deren Selbstbestimmung und Selbständigkeit dar. Daher sollten künftig nach Eingang eines Fixierungsantrages beim Amtsgericht Ingolstadt spezialisierte Verfahrenspfleger gerichtlich beauftragt werden.
  2. Diese Verfahrenspfleger bemühen sich im konkreten Einzelfall um Alternativen, ein Verletzungsrisiko durch Sturz einerseits sowie die Nachteile einer angewendeten Fixierung andererseits abzuwägen. Ebenso sollen technische Hilfsmittel wie absenkbare Betten oder Sensormatten verstärkt zum Einsatz kommen.

Denkbar einfache Alternativen zu freiheitsentziehenden Maßnahmen konnte Prof. Dr. Doris Bredthauer in ihrem Vortrag anschaulich darstellen. Die einfachsten Mittel sind „Stopper-Socken“ oder Anti-Rutsch-Auflagen auf Stühlen. Ein weiterer Schritt ist, die Fehlmedikamentation im Alter zu vermeiden, da zahlreiche Medikamente Nebenwirkungen wie Stürze oder Unruhe hervorrufen. Auch Maßnahmen zur Milieugestaltung wie gute Ausleuchtung von Fluren und Wegführung sind zu beachten.

Nach der Veranstaltung waren sich die über 160 TeilnehmerInnen aus den Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und Behörden einig, dass in Ingolstadt der Ansatz des Werdenfelser Weges genutzt werden sollte, um Fixierungen von Senioren in Einrichtungen als absoluten Ausnahmefall in unausweichlichen Situationen anzuwenden.

Fachtag Verantwortungsvoller Umgang mit freiheitsentziehenden Maßnahmen (Bitte beachten Sie das Copyright der Stadt auf Bilder und Inhalt)

Kontakt Betreuungsstelle der Stadt Ingolstadt:
Tel.: 0841/305-1648
Fax: 0841/305-1649
E-Mail: betreuungsstelle@ingolstadt.de
Soziales Rathaus, Adolf-Kolping-Str. 10,
Zimmer 100, 1.OG

Kontakt FQA - Heimaufsicht der Stadt Ingolstadt:
Tel.: 0841/305-1645, -1661
Fax: 0841/305-49-1645
E-Mail: fqa-in@ingolstadt.de
Soziales Rathaus, Adolf-Kolping-Str. 10,
Zimmer 106 und 118, 1.OG

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