Hilfsnavigation

Volltextsuche

Icon deutsch Icon english

Energetischer Dreisprung

Energetischer Dreisprung1. Energieverbrauch reduzieren:

Folgende Maßnahmen hat die Stadt Ingolstadt bereits in die Wege geleitet, um den Energieverbrauch zu reduzieren :

  • Energieberatung:
    Seit Anfang Oktober 2012 bietet der VerbraucherService Bayern in Kooperation mit der Stadt Ingolstadt eine Energieberatung an. In deren Focus steht natürlich die Energieeinsparung. Mit Hilfe einer richtigen Energieberatung können oft bis zu einem Drittel des Energiebedarfs eines Haushaltes eingespart werden. So können Sie nicht nur ihren Geldbeutel – sondern auch das Klima schonen! (Informationen und Angebote finden Sie >> hier.)
     
  • Energetische Sanierung:
    • Energetische Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden der Stadt Ingolstadt
    • Unterstützung von energetischen Sanierungsmaßnahmen von vereinseigenen Sportanlagen und Vereinsheimen 
    • Energetische Gebäudesanierung durch die Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG)

 

2. Energieeffizienz steigern:

Das Themenfeld „Energieeinsparung, Steigerung der Energieeffizienz” soll durch koordinierte Öffentlichkeitsarbeit von einer regionalen Koordinierungsstelle abgedeckt werden. 
Die Stadt Ingolstadt, die benachbarten Landkreise Pfaffenhofen und Neuburg-Schrobenhausen sowie die IRMA (INITIATIVE REGIONAL-MANAGEMENT Region Ingolstadt e.V.) haben hierfür eine Steuerungsgruppe gegründet. 

Ziel:
- Koordination der vielfältigen Aktivitäten der Landkreise, der Stadt Ingolstadt  und der Gebietskörperschaften der Region 10
- Koordination der Öffentlichkeitsarbeit und von Veranstaltungen
- Entwicklung gemeinsamer Qualitätsstandards und Erarbeitung eines regionalen Qualitätssiegels
- Energieberatung und Energiemanagement

 

3. Erneuerbare Energien ausbauen:

  • Solarenergie:
    Bereits in den 90er-Jahren setzte die Stadt Ingolstadt mit ihrem städtischen „100-Dächer-Solarenergieförderprogramm” wichtige Impulse.
    • Aktuell (Mai 2014): Etwa 182.000 Module von Solaranlagen und 2053 Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von 36,24 MW peak, welche rund 30.500 MWh im Jahr 2013 produzierten. Diese Strommenge reicht für die Versorgung von rund 8700 Haushalten, bei einem durchschnittlichen Strombedarf von circa 3500 kWh/HH/a.
    • Solarbundesliga (Kategorie Großstädte ab 100.000 Einwohnern): 2014: 2. Platz
  • Wasserkraft:
    In Ingolstadt werden derzeit drei private, sehr kleine Wasserkraftanlagen betrieben. Sie speisen circa 10 MWh/Jahr ins öffentliche Netz ein (= 3 Haushalte).
    Die Firma E.ON betreibt seit 1971 an der Staustufe am Baggersee ein Laufwasserkraftwerk. Das Kraftwerk verfügt über drei Turbinen mit einer Leistung von je 6,6 MW. Es werden 130.000 MWh/Jahr Strom produziert, was rechnerisch den durchschnittlichen Strombedarf von ca. 37.000 Ingolstädter Haushalten deckt. Der Strom wird ausschließlich ins Netz der Deutschen Bahn eingespeist.
  • Müllverbrennung:
    Die Müllverbrennungsanlage (MVA) Ingolstadt hat im Jahr 2013 ca. 233.000 t/a Restmüll thermisch verwertet. Dabei wurde Strom und Wärme erzeugt, der vorrangig zur Eigenversorgung dient. Die darüberhinaus produzierte Energie wird ins öffentliche Netz eingespeist: 155.235 MWh (2012: 146.213 MWh) Fernwärme sowie insgesamt 75.500 MWh/a (2012: 78.000 MWh/a) elektrische Energie. Mit der ins Netz eingespeisten Strommenge können rechnerisch 16.500 Haushalte pro Jahr mit Strom versorgt werden; die abgegebene Wärme entspricht dem Wärmebedarf von 45.500 gut isolierten Einfamilienhäusern.
  • Biomasse:
    • Die INKB sind zu 51 Prozent an der BioIN GmbH beteiligt. BioIN betreibt seit 2012 eine Anlage zur Vergärung von Bioabfall, die jährlich rund 20.000 Tonnen Bioabfall verarbeitet. Dabei entsteht Biogas und Kompostmaterial. Das entstehende Biogas wird zur Strom- und Wärmeversorgung genutzt. Somit können rund 1200 Haushalte mit Strom versorgt werden. Weiterhin entsteht kompostiertes Material, dass über verschiedene weitere Behandlungsschritte zu Pflanzerde, Kompost, Blumenerde sowie Rindenmulch veredelt wird. Diese Naturprodukte sind bei BioIN zu erwerben.
    • In der Kläranlage des Zweckverbandes Ingolstadt wird durch die Behandlung des Rohschlammes Methangas gewonnen, mit dem Strom und Wärme erzeugt werden. Die Wärme wird in der Kläranlage wieder zu 100 Prozent genutzt. Die Stromproduktion beträgt 4.758 MWh/Jahr  (= 1360 Haushalte) und deckt 54 Prozent des Strombedarfs der Kläranlage. Des Weiteren wird in der ZKA Ingolstadt ein System angewendet, bei dem der Klärschlamm mit der Wärme aus der nahegelegenen MVA getrocknet wird. Durch den Wasserentzug reduziert sich die Klärschlammmenge auf etwa ein Drittel. Dieser trockene Klärschlamm wird dann in der MVA thermisch verwertet, wodurch wieder Energie entsteht, die genutzt wird.
  • Fernwärme:
    • Durch die thermische Verwertung von circa 233.000 t/a Restmüll und durch vier erdgasbetriebene BHKWs und drei Heizkraftwerke werden in Ingolstadt derzeit etwa 200 GWh/a Fernwärme erzeugt.
    • Abwärmeprojekt WIN –Wärmeverbund Ingolstadt": Durch den Wärmeverbund soll eine deutliche Steigerung der Fernwärme von derzeit 200 GWh/a auf mehr als 300 GWh/a erreicht werden. Seit Mitte 2011 ist der Wärmeverbund in Betrieb. Durch die Abgabe der Prozesswärme aus der Gunvor-Raffinerie können weitere 130 GWh/a Fernwärme eingespeist werden. Die größten Abnehmer sind die Audi AG, das Klinikum Ingolstadt und die Güterverkehrszentren Ingolstadt.
    • Derzeitige Anschlussregionen im Stadtgebiet zeigt die Fernwärmekarte der Stadtwerke Ingolstadt:
  • Geothermie:
    • Als Anlagen zur oberflächennahen Geothermie sind in Ingolstadt circa 85 Erdwärmesonden und circa 241 Grundwasserwärmepumpen in Betrieb.
    • Anlagen zur Tiefengeothermiewerden in Ingolstadt nicht betrieben. Hierzu fehlen die geologischen Voraussetzungen. Dies zeigte sich unter anderem bei der Thermalwasserbohrung am Freizeitbad „Wonnemar", wo aus 650m Tiefe nur etwa 25°C warmes Wasser gefördert werden konnte.
  • Windkraft:
    Die
    Stadtwerke Ingolstadt sind mit 41 Prozent an der Windpark Riegenroth GmbH beteiligt. Dort, im rheinland-pfälzischen Riegenroth, werden seit März 2013 fünf Anlagen mit einer Gesamtleistung von 16 MW betrieben. Neben der Prüfung weiterer Windparkbeteiligungen führen die Stadtwerke Ingolstadt Windmessungen und Analysen in der  Region 10 zum Thema „Windenergie in der Region“ durch.
    Im
    Stadtgebiet bestehen Anlagen zur Gewinnung von Windenergie nur im privaten Bereich und werden nur für den privaten Bedarf betrieben.