Heilige und Scheinheilige

Namen und wer dahinter steht

5. September 1999 – 31. Oktober 1999

(Bauerngerätemuseum Ingolstadt)

Führungen durch die Sonderausstellung „Heilige und Scheinheilige. Namen und wer dahinter steht“ werden an den folgenden Sonntagen angeboten:
5., 12., 19. und 26. September sowie 17. und 31. Oktober.

Darüber hinaus sind Führungen auf Anmeldung, auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten, möglich.

„Das Kind muss einen Namen haben“

Der Name gehört zum persönlichsten Gut des Menschen. Er wird ihm bei der Geburt verliehen, und er behält ihn – in aller Regel – bis zum Tod. Er kennzeichnet ihn als Individuum, macht ihn benennbar für die anderen.

Mit dem persönlichsten unserer Namen, dem Vornamen, befasst sich eine Sonderausstellung im Bauerngerätemuseum Hundszell.

Die Wahl des Vornamens treffen in aller Regel die Eltern. Sie tun dies, bis heute, weit weniger frei von gesellschaftlichen Einflüssen, als sie selbst glauben. Zu allen Zeiten vollzog sich die Namenswahl innerhalb eines mehr oder weniger breiten Kanons verfügbarer oder „zeitgemäßer“ Vornamen.

Immer wieder kam es zu Änderungen der Namensmode. Doch auch wenn die Moden in jüngster Vergangenheit immer schnell-lebiger werden – der „Grundstock“, aus dem wir uns bedienen, ist seit dem Hochmittelalter weitgehend gleich geblieben. Es sind die christlichen Heiligen, die seit Jahrhunderten unsere Namenslandschaft dominieren.

Aus einer Privatsammlung kann eine hervorragende Auswahl von Orden mit Heiligendarstellungen gezeigt werden.
Hl. Andreas (?), um 1200

Die Ausstellung zeigt nicht nur, welche Vornamen zu welchen Zeiten besonders beliebt waren. Eine breite Auswahl von Heiligendarstellungen aus verschiedenen Epochen stellt auch einige unserer wichtigsten Namenspatrone vor. Die Palette der Darstellungsformen reicht vom großen Andachtsbild und die barocke Skulptur bis hin zu den Wallfahrtsandenken und miniaturhaften Abbildungen von Heiligen auf Orden, Medaillen und Münzen.

Die Exponate stammen aus den Beständen des Stadtmuseums, der Ingolstädter Pfarreien, des Diözesanmuseums Eichstätt sowie von privaten Leihgebern.

Einen besonderen Platz nimmt in der Ausstellung eine Serie von zeitgenössischen Heiligenbildern ein. Sie stammen aus der Hand des in Ingolstadt aufgewachsenen und heute in Deutschland und den USA wirkenden international renomierten Künstlers Walter Gaudnek. Unter Anlehnung an eine tradierte Formensprache entstanden im plakativen und farbenfrohen Stil der POP-ART ausdrucksstarke Bilder von zeitlosen Menschen.

Hl. Bernhard (Gemälde von Walter Gaudeck, Ausschnitt)

Titel und Konzept der nun in Hundszell gezeigten Ausstellung stammen von Toni Drexler vom Bauernhofmuseum Jexhof. Dort wurde die Ausstellung – unter gleichem Titel und Konzept, jedoch mit anderen Exponaten – zu Beginn des Jahres 1999 mit großem Erfolg gezeigt.

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