Schützenscheiben

Wenn Scheiben Geschichten erzählen …
Sonderausstellung Schützenscheiben im Bauerngerätemuseum Hundszell

Schützenscheibe

2. Mai – 20. Juni 1999

(Bauerngerätemuseum Hundszell)

Jeder kennt sie, die bunt bemalten Holzscheiben, die an den Wänden der Schützenheime aufgereiht sind oder die Gaststuben vieler Wirtshäuser zieren. Besonderes Interesse hat man den Schützenscheiben meist nicht geschenkt. Viele alte Scheiben gingen noch in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg verloren.

Auch den Museen und Kunsthistorikern erschienen die durch Einschüsse beschädigten und meist von Laien gemalten Bilder lange Zeit keiner besonderen Aufmerksamkeit würdig.

Inzwischen aber hat man entdeckt, wie künstlerisch reizvoll und kulturhistorisch interessant viele besonders der älteren Scheiben sind. In oft naiver und dadurch sehr unmittelbarer Weise erzählen sie ihre Geschichten und geben versteckte Hinweise auf frühere Kleidung, Bräuche oder topographische Details. Historische Ereignisse wurden von den Scheibenmalern ebenso kommentiert wie die kleinen Schwächen und Mißgeschicke der lieben Mitmenschen.

Eine Ausstellung im Bauerngerätemuseum Hundszell zeigt vom 2. Mai bis 27. Juni eine größere Auswahl historischer und auch neuer Schützenscheiben. Rund 100 Leihgaben aus Weilheim, Schrobenhausen, Kipfenberg und Ingolstadt geben einen breiten Querschnitt durch die vielfältigen Anlässe, Themen und Motive. Zeitlich reichen sie vom Jahr 1803 bis in die Gegenwart. Einen eigenen Bereich bildet eine Auswahl ganz neuer, von Laienhand gemalter Scheiben, die als Ergebnis eines mehrjährigen Malkurses in Garmisch-Partenkirchen entstanden sind und die neu erwachte Leidenschaft am Scheibenmalen bekunden.

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