Erinnerungsstücke

Geschenkkultur der Kaiserzeit
Aus der Sammlung Helga Breunig

Erinnerungsstücke

1. und 15. April, 6., 20. und 27 Mai,
Beginn jeweils um 14 Uhr

(Bauerngerätemuseum Ingolstadt)

Geschenke aus Porzellan gehören heute eher zu den Ausnahmen. Bei der Vielfalt unseres heutigen Wohn- und Lebenstils muss man den Geschmack des Beschenkten schon gut kennen, um nicht eine Enttäuschung zu riskieren.

Vor 100 Jahren war diese Gefahr nicht so groß. Es gab klar vorherrschende und den breiten Publikumsgeschmack prägende Stilrichtungen. Und das Schenken von Porzellan oder Gläsern war große Mode im bürgerlichen Milieu und von da aus bei einer breiten Bevölkerung.

Die Entstehung zahlreicher Manufakturen unter Einsatz serieller Dekorationstechniken hatte das Porzellan erschwinglich gemacht. Tassen, Teller und anderes Geschirr aus Porzellan wurden damit zum bevorzugten Freundschafts- und Erinnerungsgeschenk. Natürlich war es nicht für den täglichen Gebrauch gedacht. Wenn überhaupt, so wurde dieses Geschirr an besonderen Festtagen benutzt. Sonst übernahm es, geschützt im Vitrinenschrank, seine Rolle als Vorzeigeobjekt an exponierter Stelle.

Porzellankanne

Anlass zum Schenken gaben die einschlägigen Jahresfeste und besonders die großen Familienfeiern: Geburt und Taufe, Kommunion oder Konfirmation, Heirat und Ehejubiläum.
Wie heute, so wurde auch damals hauptsächlich innerhalb der Familie geschenkt, wobei der Pate noch eine besondere Rolle als Schenker und Beschenkter spielte.

Große Tradtition hatte im Kaierreich aber auch das sogenannte Freundschaftsgeschenk. Der im 18. Jahrhundert entstehende Freundschaftskult bei Adel und Studentenschaft hatte im 19. Jahrhundert breite Teile des Bürgertums erfasst. Das „Zeitalter der Empfindsamkeit“ äußerte sich im Austausch freundschaftlicher Widmungen im Poesiealbum und in gegenseitigen Geschenken als Zeichen der Zuneigung und Verbundenheit.

Die Ausstellung schöpft aus dem Fundus einer großen Privatsammlung. Helga Breunig aus Baden-Württemberg zeigte Stücke ihrer Kollektion bisher auf mehreren Ausstellungen in ganz Deutschland. Sie sind nun erstmals in Bayern zu sehen.
Gezeigt werden überwiegend Stücke aus Porzellan und Glas. Dazu kommen Kartengrüße, Poesiealben und andere Erinnerungsstücke einer Freundschafts- und Schenkkultur, die zwei Weltkriege und zwei Nachkriegsgenerationen vor der unseren liegt.

Teller
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