100 Jahre Stadtmuseum Ingolstadt

100 Jahre Stadtmuseum Ingolstadt

8. Mai – Dezember 2005

Die Geschichte unseres Museums ist aufs engste mit der Tätigkeit und dem Wirken des Historischen Vereins Ingolstadt verbunden. Sein Sammlungsgut bildete den Grundstock zum Museum und für den Aufbau der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek.

Es waren Mitglieder dieses 1865 entstandenen Geschichtsvereins, die den entscheidenden Anstoß zur Gründung eines städtischen Museums im Jahre 1905 gaben.

Das erste Stadtmuseum befand sich in der Hohen Schule, zog dann wegen Platzmangels in das Neue Schloss. Es entwickelte sich zu einem wichtigen Ort Ingolstädter Geschichte und Tradition und musste doch für ein staatliches Museum weichen.
Die Museumsbestände wurden in Notquartieren eingelagert. Erst mit dem Umbau im Kavalier Hepp und der Wiedereröffnung des Stadtmuseums im Jahr 1981 konnte die Tradition fortgesetzt werden.

RathausKreuztorstube (bis 1904)Hohe Schule (1905 – 1922)

Das Stadtmuseum gliedert sich heute in die Abteilungen Archäologie, Vor- und Frühgeschichte, Stadtgeschichte, Handwerk und Industrie.
Zusätzlich sind viele Sonderbereiche, etwa zu den Themen Musikinstrumente, Münzen, Altdrucke und Jesuiten eingerichtet.
Das Stadtarchiv und die Wissenschaftliche Stadtbibliothek sind im Gebäude des Stadtmuseums integriert und ergänzen und vervollständigen in einmaliger Art stadtgeschichtliche Überlieferungen.

Das Museum wurde seit 1981 erweitert und ergänzt:
1992 entstand die Handwerksabteilung
1995 wurde das Bauerngerätemuseum eröffnet
1998 öffnete das Spielzeugmuseum seine Pforten
2000 kam das Fleißerhaus hinzu.

Neues Schloss (1923 – 1965)

Notquartier (1965 – 1981)Notquartier (1965 – 1981)

Kavalier Hepp (ab 1981)Bauerngerätemuseum (seit 1995)Fließerhaus (seit 2000)

Der Erhalt und die Erforschung von Sammlungen sowie die Erweiterung der Bestände durch Ankäufe, Schenkungen, Stiftungen und Leihgaben gehören zu den wichtigsten Aufgaben des Museums.

In der Jubiläumsausstellung 2005 präsentieren wir eine Auswahl von Neuzugängen der letzten 20 Jahre. Sie verdeutlichen das große Sammelgebiet, die gesamte Bandbreite des Museums.
Wir erinnern an bedeutende Stiftungen, an große und kleine Schenkungen, zeigen herausragende Leihgaben von Ingolstädter Bürgern und Bürgerinnen.
Das Stadtmuseum erinnert gleichfalls an seine lange Geschichte und dankt den vielen Gönnern für ihr Engagement zugunsten einer lebendigen Vermittlung geschichtlicher Werte und Traditionen.

Gründungsmitglieder des Historischen Vereins Ingolstadt (1865)

Die Mitglieder des Historischen Vereins Ingolstadt waren nicht nur Gründungsmotor für das Museum sondern verwalteten, betreuten und führten dieses auch lange Jahre hindurch, bis 1938 der erste hauptamtliche Archivar der Stadt eingestellt und in Personalunion auch Leiter des Museums wurde. Noch bis heute werden die leitenden Vereinsfunktionen von Führungspersonen und Mitarbeitern des Stadtmuseums, Stadtarchivs und der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek übernommen.

Franz Xaver Ostermair (Vorstand Historischer Verein bis 1905)Hanns Kuhn (Archivar und Museumsleiter 1938 – 1941)Dr. Max Grünzinger (Archivar und Museumsleiter 1941 – 1959)Dr. Siegfried Hofmann (Archivar und Kulturreferent; Museumsleiter 1960 – 1994)Dr. Beatrix Schönewald (Archivarin und Museumsleiterin seit 1994)

Beispiele von Neuzugängen:

Schmuckeinband der sog. Ottheinrich-Bibel, FaksimileBlätter aus einem Studenten-Stammbuch der Universität Ingolstadt (um 1590)Plan des Hauses Ludwigstr. 37 (1877)Ingolstädter Notendruck (1560)Musikalisches Stammbuch der Pianistin Lotte Straub (um 1920)

Gebetbuch Karls des Großen, FaksimileIgnaz Döllinger, Gemälde von Leo Samberger (19. Jahrhundert)Doktordiplom der Universität Ingolstadt (2. Hälfte des 18. Jahrhunderts)Poesiealbum eines Studenten der Universität Ingolstadt, Lose-Blattsammlung in Kassette, Außenansicht (um 1780)

Anhänger Maria mit Kind (18. Jahrhundert)Münze „Patrona Bavariae“ als prächtiger Anhänger (1770)Glasbecher mit bäuerlichem Motiv (um 1800)Mathilde von Waldenfels: Mutter mit Kind (Anfang des 20. Jahrhunderts)Kästchen mit Walburgisöl-Fläschchen (18. Jahrhundert)Bäuerliches Schmuckkästchen (19. Jahrhundert)

Goldmedaille zum Erlass des Bayerischen Reinheitsgebotes in Ingolstadt, NachprägungBernsteincollierKeltische Stiertasse aus ManchingApothekergefäße, archäologischer Fund aus Ingolstadt (16. Jahrhundert und später)Spätmittelalterliche Gefäße, archäologische Funde aus Ingolstadt (15. Jahrhundert)

Beckenschlägerschüssel, Nürnberg (15. Jahrhundert)

Festakt mit Ausstellungseröffnung

100 Jahre Stadtmuseum
Sonntag, 8. Mai 2005, 17 Uhr, Spiegelsaal im Kolpinghaus, Johannesstraße 11

Begrüßung
Dr. Alfred Lehmann, Oberbürgermeister der Stadt Ingolstadt

Grußworte
Prof. Dr. Manfred Treml, Vorsitzender des Verbandes bayerischer Geschichtsvereine und des Gesamtvereins deutscher Geschichts- und Altertumsvereine

Dr. York Langenstein, Leiter der Beratungsstelle für die Nichtstaatlichen Museen Bayerns

Festvortrag
Prof. Dr. Hans Maier, Staatsminister a. D.: „Historische Selbstdarstellung – ein Problem für Deutsche?“

Musikalische Umrahmung
Ulrich Sommerrock, Nikolaj Tarasov, Gabriele Schmid

Anschließend: Ausstellungsbesichtigung und kleiner Umtrunk im Stadtmuseum

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