Das Geheimnis der Illuminaten in Ingolstadt

Ausstellungsplakat: Illuminaten in Ingolstadt

14. September 2011 – 30. März 2012

(Stadtmuseum Ingolstadt)

Das Geheimnis der Illuminaten und das Ende der alten Universität

Im Jahr 1776 gründete Johann Adam Weishaupt (1748 – 1830), Professor des Kirchenrechts in Ingolstadt, den Geheimbund der Illuminaten. Er sollte lange Zeit die gebildete Welt in Atem halten. Die Decknamen seiner Mitglieder waren Ajax, Tiberius oder Tasso, die Städte wurden nach antiken Vorbildern Eleusis oder Erzerum genannt. Die Briefe datierten die Ordensbrüder nach dem altpersischen Kalender.

Orden der Minervalklasse des Illuminatenordens. Foto: Deutsches Freimaurermuseum Bayreuth

Der Ordensgründer blieb lange Zeit im Dunkeln, nur sein engster Kreis kannte die Person hinter dem Namen Spartakus: Er schuf ein System, das in den Augen der damaligen Obrigkeit nahe an Ketzerei und
Hochverrat heranreichte. Sein Ziel: Freiheit, Gleichheit und ein Ende der geistigen Bevormundung von oben durch Bildung, v. a. Lektüre aufklärerischer Schriften.
Das Beobachten seiner Selbst und des Anderen und die Meldung an die Oberen wurden zum Lebenselixier des Ordens.
Obwohl der Orden viele potente Mitglieder besaß, kam es gerade wegen Weishaupts autoritärer Art zu weitreichenden Problemen.

Kurfürst Karl Theodor (1777 – 1799). Foto: Stadtmuseum Ingolstadt

Das Verbot des Ordens am Vorabend der Französischen Revolution gerät zum Paradebeispiel für soziale Sprengkräfte: 1784/85 werden die Mitglieder des Ordens verraten.
In vier Mandaten setzte der bayerische Kurfürst das Verbot der Freimaurer, der Geheimbünde allgemein und der Illuminaten im Besonderen durch.

Die Furcht vor den Illuminaten blieb: Kurfürst Karl Theodor und seine Minister zwangen die Mitglieder der staatlichen Verwaltung, das Militär und den Klerus, mit dem Illuminateneid alle Verbindungen abzuschwören. Adam Weishaupt floh 1785 aus Ingolstadt, zunächst nach Regensburg, dann nach Gotha.

Ingolstadt am Vorabend der Ordensgründung

Die Ausstellung im Stadtmuseum Ingolstadt zieht die Entwicklungslinien des Ordens in Ingolstadt nach. Die Stadt mit ihren ca. 7.000 Einwohnern beherbergte die Bayerische Landesuniversität, das Kolleg der Oberdeutschen Jesuitenprovinz mit seinen Auswirkungen auf Gymnasial- und Universitätsbildung, das Militär und ein wohl situiertes Bürgertum. Universität, Jesuiten und Militär waren Garant für einen hohen Lebensstandard.
Ingolstadt war in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine prosperierende Stadt, die sich unter der Regierung des Kurfürsten Max III. Joseph (1745 – 1777) von der Katastrophe des Österreichischen Erbfolgekrieges langsam erholte.

Die Zeit der Universität am Standort Ingolstadt aber neigt sich ihrem Ende zu. Seit der Gründung hatten sich die Bedingungen entscheidend verändert: Die Erben Bayerns aus der Linie Kurpfalz maßen der altbairischen
Institution keine Bedeutung mehr zu. Es gärte im Kollegium der Professoren und die Diskussionen um Reformen und Translokation nach München nahmen zu.
Die Aufhebung des Jesuitenordens verstärkte diese Tendenzen. Adam Weishaupt, Zögling der Jesuiten, wächst in jener Umbruchszeit in Ingolstadt auf.

Leben und Wirken Johann Adam Weishaupts

Früh verwaist, Protégé seines Taufpaten Johann Adam von Ickstatt (1702 – 1776), erster Laie auf dem Lehrstuhl für Kirchenrecht, war Weishaupt aufklärerischen Ideen verbunden und suchte nach neuen Wegen, alte Bildungsstrukturen zu überwinden. Als Lehrer nicht unumstritten, setzte er sich trotz seines engen geografischen Lebensrahmens für eine neue kosmopolitische Struktur ein. Das Ordensverbot war vielen ein guter Vorwand, ihn seiner Ämter zu entheben.

Johann Adam Weishaupt (1748 – 1830); Foto: Stadtmuseum Ingolstadt

Aufbau, Struktur und Verbreitung des Ordens

Der Orden bestand zunächst aus einer kleinen Schar von Ingolstädter Studenten und wuchs mit Hilfe Freiherr Adolf von Knigges (1752 – 1796) zu einem mitteleuropäischen Bund von Aufklärern. Fürsten und Herzöge, Professoren und Literaten, Handwerker und Bürger organisierten sich in Minervalklassen und Provinzen, an ihrer Spitze der Ordensgründer Johann Adam Weishaupt als General.

Adolf Freiherr von Knigge (1752 – 1796); Foto: Bremer Landesmuseum (Focke-Museum)

Verbot und Verfolgung der Mitglieder

Das Mandat Kurfürst Karl Theodors (1777 – 1799) vom 22. Juni 1784 steht am Anfang einer Reihe von Verboten, zunächst Verbindungen und Versammlungen allgemein betreffend bis hin zum Verbot der Illuminaten und Freimaurer 1790. Die bayerische Polizei gerät eher zufällig an die wichtigsten Ordensschriften, die in zwei Teilen veröffentlicht wurden: Originalschriften und Nachtrag zu den Originalschriften. Es gelingt, Weishaupt und seine Mitstreiter öffentlich zu verunglimpfen. In Bayern werden etliche Illuminaten verhaftet, ihrer Posten enthoben und in die Verbannung geschickt. Dem Ordensgründer gelingt die Flucht.

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Blick in die Ausstellung „Das Geheimnis der Illuminaten in Ingolstadt“ Blick in die Ausstellung „Das Geheimnis der Illuminaten in Ingolstadt“ Blick in die Ausstellung „Das Geheimnis der Illuminaten in Ingolstadt“ Blick in die Ausstellung „Das Geheimnis der Illuminaten in Ingolstadt“ Blick in die Ausstellung „Das Geheimnis der Illuminaten in Ingolstadt“
Blick in die Ausstellung „Das Geheimnis der Illuminaten in Ingolstadt“ Blick in die Ausstellung „Das Geheimnis der Illuminaten in Ingolstadt“ Blick in die Ausstellung „Das Geheimnis der Illuminaten in Ingolstadt“ Ausstellungseröffnungsfeier vor dem Kavalier Hepp

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