Im Spiegel der Anderen – Forschungen zum gemeinsamen Erbe der MenschenAusstellung im Stadtmuseum Ingolstadt in Zusammenarbeit mit der Gruppe Humanethologie des Max Planck Instituts Andechs |
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23. Mai – 30. September 2012(Stadtmuseum Ingolstadt) Alle Menschen verfügen über ein gemeinsames Erbe, ein Grundrepertoire an Emotionen, Kommunikationsformen, Wahrnehmungsleistungen, Bewertungen, Motivationen und Handlungsimpulsen. Die sogenannten Universalien bildeten sich in der langen Menschheitsgeschichte in Anpassung an die Lebensbedingungen, sie sind das evolutive Erbe aller Menschen. Diese Universalien gehen weit über einfache gefühlsbestimmte Verhaltensweisen hinaus und beeinflussen auch die komplexen sozialen Strategien, die Menschen in allen Kulturen in sehr ähnlicher Weise einsetzen, wenn sie bestimmte Ziele erreichen wollen. |
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Das Gemeinsame der Menschen, die Universalien, wird von der Humanethologie, der vergleichbaren Verhaltensforschung am Menschen untersucht. Der Begründer der Humanethologie, Irinäus Eibl-Eibesfeld, hat umfangreiche Forschungen zu Menschen auf allen fünf Kontinenten vorgelegt. Seine Ergebnisse und seine einzigartige Filmdokumentation zu Traditionalen Kulturen – die in das Weltkulturerbe aufgenommen werden soll – sowie die zahlreichen Studien seiner Forscherkolleginnen und Forscherkollegen bieten ein großartiges Material für die Ausstellung. Gerade in der heutigen Situation, in der viel von Differenzen zwischen Menschen, zwischen Ethnien und Kulturgruppen die Rede ist, vermag der erneute Blick auf das gemeinsame Erbe, also dem allen Menschen gleichen Gruppenrepertoire, ein wichtiges Argument an die Hand geben, sich auf das Verbindende zu besinnen für ein gelingendes Miteinander. |
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Die Ausstellung „Im Spiegel der Anderen – Forschungen zum gemeinsamen Erbe der Menschen“ illustriert die Themen anhand von Objekten, Texten, Bild- und Filmdokumenten.
Das Gemeinsame menschlichen Wahrnehmens, Fühlens, Denkens und Handelns wird vergleichend anhand von fünf Traditionalen Kulturen verschiedener Subsistenz- und Organisationsformen und mit Transferbeispielen auf die westliche Moderne erklärt. Folgende fünf Kulturen werden dargestellt:
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Der Bezug auf diese Traditionalen Kulturen eröffnet zwei Perspektiven: Die Gruppen haben unter teils schwierigen Lebensbedingungen bis weit in das 20. Jahrhundert ihre Kulturformen bewahren können. Sie folgten noch ganz oder weitgehend dem von den Vorfahren tradierten Muster der Lebensbewältigung und waren zumeist bis ins 20. Jahrhundert kaum westlichen Einflüssen ausgesetzt. Sie erlauben uns somit, die Universalien menschlichen Verhaltens in solchen verschiedenen soziokulturellen Systemen, in Jäger-Sammler, Hortikulturisten- und Herdenkulturen zu untersuchen, die die längste Zeit der Menschheitsgeschichte prägen. Zum Zweiten sind die Lebensbedingungen und damit die Lebensformen der meisten vorgestellten Kulturen durch den explosiven Kulturwandel und aufgrund teils massiver politischer Einwirkungen inzwischen stark verändert. Die in der Ausstellung gezeigten Dokumentationen, insbesondere das Filmmaterial, zeigen somit Unwiederbringliches und sie verweisen uns gleichzeitig auf die kritische Seite globaler gesellschaftlicher Veränderungen. |
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Die Traditionalen Kulturen halten uns einen Spiegel vor, in dessen Bild das Gemeinsame der Menschen in allen Entwicklungsfacetten gut zu erkennen ist. Im Leben von Menschen, die uns zunächst exotisch erscheinen mögen, erkennen wir uns selbst und können so einen Blick aus der nötigen Distanz auf das Heutige werfen. |
Gruppe Humanethologie des Max-Planck-InstitutesGruppe Humanethologie |
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Prof. Dr. Johanna ForsterErziehungswissenschaftlerin und Humanethologin |
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Prof. Dr. Wulf SchiefenhövelHumanethologe und Ethnomediziner |
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Dr. Christa SütterlinKunsthistorikerin und Humanethologin |
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