Im Januar 1981 wurde das Ingolstädter Stadtmuseum wieder eröffnet, nachdem es 1965 mit Sack und Pack aus dem neuen Schloss ausgezogen war, weil dort die Renovierungsarbeiten begonnen hatten.

Die reichen Bestände verschwanden damals in Lagerräumen. Es dauerte 15 Jahre bis Ingolstadt ein neues Stadtmuseum bekam. Mit dem Festungsbauwerk Kavalier Hepp, das selbst ein Monument Ingolstädter Geschichte ist, wurde ein Gebäude gefunden, das sich hervorragend für ein Museum eignet. Gleichzeitig sind darin das Stadtarchiv und die wissenschaftliche Bibliothek untergebracht.

Die Geschichte des Stadtmuseums ist eng mit der des Historischen Vereins verbunden, der 1865 gegründet wurde. Neben der Pflege der Geschichte Ingolstadts und seines Umlands durch Vorträge und Veröffentlichungen sah der Verein seine Aufgabe im Sammeln geschichtlich bedeutsamer Objekte. Die Sammlung war zunächst auf das Rathaus und auf ein Stübchen im Kreuztor verteilt. Die Anregung zur Gründung gab der Gouverneur der Festung, Exzellenz Karl von Sauer.

1904 stellte die Stadt im Erdgeschoss der Hohen Schule einen Raum zur Verfügung, knüpfte daran aber die Bedingung, dass der Verein seine Sammlung als Grundstock für ein Museum in das Eigentum der Stadt überführt.

1905 wurde das Museum in der Hohen Schule eingerichtet, 1906 wurde es schon erweitert und bereits 1907 erschien der erste „Führer durch das Stadtmuseum Ingolstadt“, Hauptattraktionen waren der Schwedenschimmel und das Privilegienbuch.1925 zogen Stadtarchiv, Bibliothek und Stadtmuseum ins Neue Schloss um. 1945 wurde das Schloss von Bomben getroffen. Nach dem Krieg begann der Wiederaufbau des Schlosses und des Museums. Als der Stadtrat 1973 entschied, das Kavalier Hepp nicht abzureißen, sondern zu sanieren, befand sich der Festungsbau in einem schlimmen Zustand. Nach dem Krieg waren dort Notwohnungen eingerichtet worden. Als sich diese langsam leerten, waren die Fenster kaputt, das Dach undicht, kurzum, das ganze Gebäude war verwahrlost. Heute, nach Abschluss der langwierigen Umbau- und Renovierungsarbeiten zeigt sich, dass das Gebäude wie geschaffen für ein Museum ist. In 32 Räumen unterschiedlichster Größe sind die Stationen Ingolstädter Geschichte aufgebaut. Der Besucher erlebt beim Rundgang durch das erstaunlich große Museum, das den Rahmen eines „Heimatmuseums“ weit sprengt, die Ingolstädter Geschichte von ihren Anfängen bis heute.

Die wichtigsten Abteilungen sind die steinzeitlichen Kulturen, die Hallstattzeit, die Römerzeit, das frühe Mittelalter, romanische und gotische Steinplastik, Stadttore, die Stadt und ihr Grundriss, das Herzogtum Bayern-Ingolstadt, späte Gotik, Universitätszeit, Kriege des 16. und 17. Jahrhunderts, jesuitische Kultur, städtische Repräsentation, Münzkabinett, vom Barock zur Aufklärung, lngolstädter Buchdruck, Grabkreuze, Handel und Verkehr, die Zünfte, Barocke Frömmigkeit, die Stadt im 19. und im 20. Jahrhundert, Handwerksabteilung.

Das Kavalier Hepp ist ein Teil der Landesfestung, mit deren Ausbau 1828 begonnen worden war. Der Bau des Kavaliers Hepp wurde 1838 in Angriff genommen und 1843 beendet. Benannt wurde es nach dem Major Kaspar von Hepp (1758 bis 1806). Ihre Bedeutung verloren die Kavaliere aber bereits ab 1875, als die äußeren Fortgürtel gebaut wurden.

Außenansicht Kavalier Hepp

Virtueller Rundgang: Außenansicht Kavalier Hepp

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