Programm des Historischen Vereins Ingolstadt e.V. für das Jahr 2018

3.12.2017 bis 28.1.2018

Stadtidentität Ingolstadt - Ingolstadt in Bildern früher und heute

Die Stadt lebt. Sie verändert ihr Gesicht mit jedem Neubau und jedem Abriss, neue Straßen und alte Gebäude konstruieren in ihrem Zusammenspiel die Identität der Stadt stets neu.
Plätze und Brücken, Tore und markante Bauwerke schaffen Sichtachsen und geben Orientierung. Die Menschen, die in ihr leben und arbeiten, prägen das Bild der Stadt mit ihren Bedürfnissen und ihren Ansprüchen.
Und so wirken Stadt und die in ihr lebenden Menschen zusammen: sie bedingen sich gleichsam.

Doch ein Aspekt bleibt zentral: was macht „irgendeine“ Stadt zu „meiner“ Stadt? Wie gelingt es, dass sich die Bürger mit „ihrer“ Stadt identifizieren und sie nicht als gesichtsloses und beliebig austauschbares Element ihrer Biographien betrachten?
Dies erfordert Umsicht, Planung und Weitblick – Anforderungen an die Stadtplanung, die man bei manch einem Blick auf unsere Städte nicht immer als erfüllt wird betrachten können.

Eine Stadt kann nie ein Museum sein, sie muss den sich ändernden gesellschaftlichen Bedingungen Rechnung tragen – manchmal auch zu einem hohen städtebaulichen Preis:
so schien es vor einigen Jahrzehnten unbedingt notwendig, dem Verkehr das „oide Glump“ zu opfern und markante Festungsbauten und Tore abzureißen (ungeachtet des Schadens, den man damit anrichtete).

Auch das Gebäude des Nordbahnhofs, das vielen Ingolstädtern ans Herz gewachsen war, musste einer modernen Architektur weichen.
Und wer erinnert sich noch an die Schutter, den eigentlichen Ingolstädter Stadt“fluss“, die bis in die 70er Jahre noch durch die Stadt floss – und vielen Anwohnern feuchte Keller bescherte?
Heute wird sie über den Künettegraben vor der Stadt in die Donau abgeleitet.

Vieles hat sich verändert - einiges mag man bedauern, vieles erscheint aber auch gerechtfertigt und überaus zukunftsorientiert.

Diese Entwicklungen in den letzten 100 Jahren soll unsere Ausstellung dokumentieren und dabei drei zentrale Aspekte darstellen:

• Sie soll zeigen, wie es einmal gewesen ist und wie es heute ist. Diese Gegenüberstellung von Alt und Neu war getragen vom Bemühen - wo immer möglich - den gleichen fotografischen Standort einzunehmen, um den Kontrast noch deutlicher werden zu lassen.

• Es ist jedoch mitnichten eine Nostalgie-Ausstellung, denn das Gesicht unserer Stadt hat sich auch vielfach zum Positiven verändert. Zugleich dürfen aber auch die Narben und die Wunden von (Fehl)entscheidungen nicht verschwiegen werden.
Mag jeder jedoch am Ende selbst für sich entscheiden, wo sich die Stadt zum Besseren oder zum Schlechteren verändert hat.

• Darüber hinaus ist die Ausstellung auch eine Dokumentation des Ist-Zustands aus dem Jahr 2017 – und in 30 oder 50 Jahren werden die heutigen Bilder von Ingolstadt als Prüfsteine bei der Beurteilung unserer Entscheidungen gelten. Der dokumentarische Charakter der Ausstellung soll damit auch vor Augen führen, welche Verantwortung wir heute haben, wenn wir bauen oder abreißen.
Wir verändern heute das Gesicht unserer Stadt und treffen damit – manchmal auch unwiderruflich – Entscheidungen für die Zukunft.

Insofern soll diese Ausstellung auch ein Appell sein verantwortlich und vorsichtig mit der Stadt umzugehen.

Bayerisches Armeemuseum im Neuen Schloss

http://www.armeemuseum.de/de/aktuell/sonderausstellungen/13-ausstellungen/sonderausstellungen/beschreibung-sonderausstellung/1141-2017-sonderausstellung-stadtidentitaet-ausfuehrlich.html

Aktuelle Projekte des Vereins: Vertreibung der Deutschen 1945 – 1950

Halbjahresprogramm Frühling/Sommer 2013 (PDF, 0,64 MB)

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