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Die Befestigungsanlagen Ingolstadts

  
Die erste urkundliche Erwähnung Ingolstadts war 841. König Ludwig schenkte dem Abt Gozbald von Niederaltaich das Gebiet um das heutige Ingolstadt. Es bestand aus einem Herrenhof, zwei Kirchen und mehreren kleinen Gebäuden.

 

1. Festungsmauer des 13. Jhs
Um 1255 bekam Ingolstadt die erste Befestigung, die Ludwig der Strenge errichtete.
Sie bestand aus 4 Türmen (NW Glockenturm, NO Striegelturm, SO Rundturm, SW Judenturm) und aus 4 Toren (N Klostertor, O Ostentor, S Wassertor, W Westentor).
Das Franziskanerkloster wie auch das Kloster Gnadenthal befanden sich außerhalb der Stadtmauer.
Es gab zwei Straßen (Handelsstraßen), die sich am heutigen Stein trafen. Nahe des Westentors befand sich der Weinmarkt und der Kornmarkt. Der Striegelturm stand am heutigen Holzmarkt.

 

2. Festungsmauer. Foto: Manfred Scheuerer.
Um 1360 mußte, wegen einer starken Bevölkerungszunahme, eine neue, größere Stadtmauer gebaut werden. Sie bestand aus fast 100 kleinen Türmen ("Stadt der hundert Türme") und den 4 Haupttoren: Feldkirchnertor, Hardertor, Kreuztor, Donautor.
Während früher die Häuser mit Stroh gedeckt wurden, durften sie wegen der Brandgefahr nunmehr nur noch mit Ziegeln gedeckt werden.
Neues Schloss
Innerhalb dieser Stadtmauer lagen nun auch die beiden Klöster, das Spital, der Hahnenhof und wohl auch das Ostendorf.
Die Mauer wurde an der Donauseite 1430 durch Ludwig den Gebarteten vollendet.
In dieser Zeit wurden auch das Münster und das Neue Schloss erbaut.

 

Festung im 18. Jh.
1537 wurde Ingolstadt bayerische Landesfestung und erhielt eine vor der mittelalterlichen Mauer errichtete Befestigung mit großen fünfeckigen Basteien, der Ziegel-, Harder-, Kugel und Frauenbastei.

In einer 4. Ausbauphase, 1654-1679, kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg entstanden vor und zwischen den Basteien kleinere Bastionen in Form mehrfach gestaffelter Erdwälle. Die Wege in die Stadt waren im Zickzack durch die äußeren Befestigungen gelegt.
Diese Anlage blieb, bis die Franzosen sie unter Napoleon schleifen ließen.

 

Festung im 19. Jh.
Der 5. Festungsring (1828-1854) war die klassizistische Festung.
Diese Festung diente als zentraler Waffenplatz für die bayerische Armee, als Denkmal der Baukunst sowie als Bildungsstätte für Steinmetze.

Zur gleichen Zeit erhielt die Donau ihr jetziges Flußbett. In dieser Zeit entstanden auch die Ringstraßen. Die Festung war durch drei Straßenringe unterteilt:
1. Ring innerhalb der gotischen Mauer (Oberer- und Unterer Graben)
2. Ring "Auf der Schanz" (am Außenrand der 1800 geschliffenen Festung)
3. Ring oder Ringstraße (äußerer Glacisrand)

 

Der 6. und 7. Festungsring entstand am Ende des 19. Jahrhunderts.
Die militärische Entwicklung forderte weitere Erdwälle in 2 - 3 km Entfernung von der Stadt (6. Festungsring).

Um 1880 wurde Ingolstadt zum Eisenbahnknotenpunkt. So entstand in rund 8 km Entfernung der Stadt ein Fortring mit 16 Forts (7. Festungsring; s.a. Fort Prinz Carl).
In dieser Zeit blühte der Handel und das Gewerbe. Von 1805-1860 verdoppelte sich die Bevölkerungszahl.
Die heutigen Außenviertel zur Altstadt (Piusviertel usw.) waren damals Exerzierplätze.

Kurt Scheuerer, ca. 1976, 1999.


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