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Museumspädagogik - Beispiele und Erfahrungen
Mathematik im 16. Jh. - Astronomie/Astrologie

 
Foto: Kurt Scheuerer
Peter Apian, Cosmographia

Die Tierkreisastrologie der Assyrer und Babylonier beeinflusste auch die hellenistische und später die römische Kultur, verflachte dort jedoch zur einfachen Wahrsagerei. Im 16./17. Jh. entnahm man antiken Werken einen Einfluss der Planeten auf Pflanzen und deren heilende Säfte sowie auf die Gesundheit des menschlichen Körpers.

Peter Apian
Für die medizinische Astrologie an den Universitäten und auch die eher private Horoskopastrologie waren genaue astronomische Messgeräte erforderlich. Solche Geräte beschrieb Peter Apian in seinen Büchern, distanzierte sich allerdings in seinem Instrument Buch von 1532 von deren Wirkung.

Das XXi. Cap. Von den regierenden
Planeten/ und wie du sie bey Tag und bey
Nacht suochen solt.
WAnn du die Planeten stund auß obangezaygten Capiteln gefunden hast/ und wilt wissen welher Planet die Element und und Elementischen cörper regiert/ die selbig ungleiche stund/ darvon dann die alten gar vil gehalten haben/ die ursach aber bey den newen nicht sonderlich erkendt ist/ darumb sie von inen auch hynder gelegt werden.

Kräuterbücher
An den Universitäten um 1500 wurden zunächst - im Quadrivium - die Arithmetik, die Musiktheorie, die Geometrie und die Astronomie/Astrologie gelehrt.
Durch die Vier-Elemente-Lehre des Aristoteles fanden astrologische Komponenten auch Eingang in die Heilpflanzenlehre und damit in die Ausbildung der Apotheker und Mediziner.
Die Eigenschaften warm/kalt und trocken/feucht wurden den Organen und Funktionen des menschlichen Körpers und auch den Pflanzen zugeordnet, woraus deren Heilwirkung zu erschließen war. Die Kräuterbücher des 16. Jhs beinhalten daher neben der Beschreibung der Pflanzen vor allem deren Kraft und Wirkung.

Museumspädagogische Aktion:
Zeichnet man ein Zwölfeck auf der Sandtafel (Abakion), so kann man auf den Tierkreis hinweisen und auf die "babylonischen Planetengötter", welche in dessen "Häusern" wohnen und anschließend die Zuhörer mahnen, nur wer an die Existenz und Wirksamkeit dieser Plantengötter glaube, dürfe heute noch ein Horoskop lesen, es sei denn man nehme es als rein journalistische Schöpfung zur Erbauung der Leser ;-)

Im fortgeschrittenen Ethik-Unterricht kann man eine wissenschaftliche Bibliothek aufsuchen, um dort die Kräuterbücher des 16. Jhs bzw. deren Nachdrucke zu erkunden. Dort wird man auf interessante Anwendungen und Heilwirkungen der Kräuter stoßen, welche großenteils auf den alten Angaben des Dioskurides und der Vier-Elemente-Lehre beruhen.

Kurt Scheuerer, Ingolstadt


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