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Museumspädagogik - Beispiele und Erfahrungen
Essen wie bei den Römern und Germanen am Limes

 
Bei Veranstaltungen mit "historischen Darstellern" wird zunehmend nicht nur das Militär sondern auch das Leben von Handwerkern und einfachen Landbewohnern vorgeführt. Zu jedem Römerkastell gehörte eben auch ein Lagerdorf und viele landwirtschaftliche Gehöfte im Hinterland. Auch die germanische Seite des Limes war besiedelt und es herrschte im Allgemeinen ein reger Tauschhandel.
Das Leben war einfach und arbeitsreich, bei geringem Anspruch fand man sein Auskommen.
Die Kleidung bestand aus Leinen und Wolle, gefärbt mit Farbstoffen aus heimischen Pflanzen.

Foto: Kurt Scheuerer
Gegessen wurden pflanzliche und tierische Produkte, weniger Fleisch. Salz musste im Handel erworben werden.

Als Getreide wurden Gerste, Dinkel, Emmer, Einkorn usw. angebaut.
Dazu Feldfrüchte und Gemüse, wie Erbsen, Ackerbohnen, Linsen, Kohl, Lauchzwiebeln, Petersilie usw.

Aus der Milch von Schafen, Ziegen oder Kühen wurde Quark bereitet, entweder im Tuch oder in einem eigenen Siebgefäß.

 

Selbst herstellen:

Hirsebrei kann bei ständigem Umrühren im Topf gekocht werden.
Getreidefladen: Mehl, kleingehackte Zwiebel, Quark, Salz, Gewürze (Lorbeer usw.) mit Wasser vermengen und kneten. Sie können auf einem heißen Stein oder mit Schmalz in einer Pfanne gebacken werden. Gesüßt wird mit Honig.

Foto: Kurt Scheuerer

Ein Gemüsetopf kann mit Suppenknochen oder mit Gemüsebrühe sowie vorher eingeweichter Gerste und verschiedenen Feldfrüchten gekocht werden.
(Der im Foto verwendete Spargel kam erst in römischer Zeit nach Mitteleuropa.)
In germanischen Siedlungen wurden überwiegend Tontöpfe verwendet, deren Handhabung sehr vorsichtig geschehen muss, da Unachtsamkeit leicht zum Bruch führen kann.

Im römischen Einflussbereich wurde im Eisenkessel gekocht, als Beispiel sei der Eintopf "Puls" genannt: Grob gemahlener Emmer oder Gerstengraupen, mit verschiedenem Gemüse, wie Erbsen, Linsen, Pastinaken, Karotten, Lauch, Lauchzwiebeln und hier auch Knoblauch; Kräuter und Gewürze, hier auch Pfeffer. Auch Speck, Quark und Olivenöl sind als Zugabe möglich.
Tönerne Reibschalen mit künstlich gerauhter Innenfläche (mortaria, Mörser) dienten zum Quetschen und Zerreiben von Getreide.

Mangels eigener Erfahrung empfehle ich zur Zubereitung des germanisch/bajuwarischen Essens das von Juliane Schwartz, der Leiterin des Römer und Bajuwaren Museums Burg Kipfenberg, verfasste Buch "Germanen selbst erleben!".
Auf S. 15 wird ein Feldfrüchtetopf mit Gerste und auf S. 87 ein süßer Hirsebrei beschrieben.
Für römisches Essen: Juliana Schwartz und Ermelinde Wudy, "Römer selbst erleben!", S. 34-36.
sowie Marcus Junkelmann, "Panis Militaris".

Text und Fotos: Kurt Scheuerer, Ingolstadt


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