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Museumspädagogik - Beispiele und Erfahrungen
»Hundert« oder »Viele, viele«

 
Foto: Kurt Scheuerer

Wie beschreibt man eine große Anzahl von Dingen,
wenn man noch nicht mit Zahlen umgehen kann?

Es soll Naturvölker gegeben haben, die nur zehn Zahlwörter kannten, entsprechend der Anzahl ihrer Finger. Andere kannten schon zwanzig, sie liefen wohl barfuß.

Darüber hinaus kann man Zehn und nochmal Zehn, usw. angeben, um eine Herde von Rentieren oder Wildpferden zu beschreiben, die im Herbst vom Alpen-Gletscherrand kommen, um den Winter in den nördlichen Mittelgebirgen zu verbringen.
Und von den Höhen des Jura aus rufen die Frauen den Männern zu: "Viele, viele kommen über die Donau. Geht runter und bringt uns Beute!" (So war es wohl in der Eiszeit vor etwa 15.000 Jahren; heute wird es lauten: "Beeil Dich, Deine Schicht beginnt!" ;-)

Im antiken Griechenland war eine Hekatombe ein große Anzahl von Opfern, ursprünglich wären es tatsächlich genau hundert Tieropfer gewesen. Für eine sehr große Anzahl bildete man daraus den Zahlwert der Myriade, entstanden aus Hundert mal Hundert.
Will man jemanden hoch oder lang leben lassen (den Kaiser, die Queen), dann entspricht das dem chinesischen wànsuì (zehntausend Jahre) oder dem gleich bedeutenden japanischen Banzai. Hundert Jahre Leben wünscht man im Polnischen mit Sto Lat.

Waren es früher Hunderte, Tausende, Myriaden, dann sind es heute die Mega-, Giga-, Terabyte in der Computerindustrie, welche die Menschen faszinieren.
Da man sich genaue Werte bei so großen Zahlen ohnehin nicht merken will, verwendet man "Hundert" oder "ein Jahrhundert" als grobe Rundung, was üblicherweise auch genügt.

Museumspädagogische Aktion:

Eine Anregung dazu gibt es auf der Seite Hekatombe - das Hundertopfer.

Kurt Scheuerer, Ingolstadt


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