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Museumspädagogik - Beispiele und Erfahrungen
Herkunftsnachweis, Visitenkarte, Warenbegleitschein ?

 
Im babylonischen Schöpfungsmythos Enuma elisch (3,129-138) wird erwähnt, dass die Götter bei einer Beratung Brot aßen und reichlich Bier tranken, um dann ihr Schicksal in die Hände des aufstrebenden babylonischen Stadtgottes Marduk zu legen.

Abb.: American Museum of Natural History, in: Die Woche 1926 und Kurt Scheuerer

Ein Tontäfelchen aus Uruk in Mesopotamien, 3200 v. Chr. zeigt einen Krug für Bier, daneben ein sternsemmelartiges Brot und am Rand des Täfelchens vier Kerben, welche wohl die Anzahl dieser Gegenstände angeben.
Es gab im Zweistromland auch kleine Tonfigürchen, welche die jeweilige Ware darstellten und in Tonhüllen eingeschlagen und dann gebrannt wurden.
Gaben Kaufleute derartige Dokumente dem Anführer der Karawane mit, um sie dem Empfänger als Herkunftsnachweis oder als Warenbegleitschein zur Kontrolle der Vollständigkeit der Ware zu überbringen?

Auch die kleinen verzierten Tonstückchen, die sogenannten "Brotlaibidole" aus dem südlichen Alpenvorraum und dem fast ganzen Donauverlauf, könnten in diesem Sinn als eine Art von "Visitenkarte" gewertet werden.
[Wolfgang David (Hrsg.). AENIGMA - Der rätselhafte Code der Bronzezeit. "Brotlaibidole" als Medium europäischer Kommunikation vor mehr als 3500 Jahren. Begleitpublikation zur Sonderausstellung im kelten römer museum manching, 2011. Schriften des kelten römer museums 4.]

Museumspädagogische Aktion:

Foto: Kurt Scheuerer
Im Barocksaal des Stadtmuseums sehen wir auf dem Votivbild der Stadt Ingolstadt aus dem Rathaus rechts unten die Bürger der Stadt symbolisch vertreten: Die Händler durch Warenballen, die Landwirte durch den Pflug.
So einen Ballen, wie ihn der Engel auf dem Bildausschnitt schnürt, könnten wir aus Stoff gestalten lassen; auch in länglicher Form in der Art der Brotlaibidole. Einen solchen Ballen lassen wir auch aus Ton formen und die Schnüre durch Einritzungen nachbilden.
Aus Ton oder Knetmasse können auch die kleinen Figürchen und die Täfelchen mit den frühen Keilschriftsymbolen gestaltet werden.
Anschließend bildet man eine Karawane mit Kamelen und führt diese durch das Museum und auf die Wiese davor. Das mögliche Geburtstagskind ist natürlich der Karawanenführer oder der reiche Händler, welcher die Waren entgegen nimmt.

Kurt Scheuerer, Ingolstadt


Siehe auch:

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