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Museumspädagogik - Beispiele und Erfahrungen
Kupfer hemmt den Verwesungsprozess

 
Foto: Kurt Scheuerer
Flachgrab eines Mädchens mit Halsring, Armspirale und Nadel der Frühbronzezeit vom Carraraplatz, dem ehemaligen Hof des Alten Schlosses in Ingolstadt. Um 2000 v.Chr.

Gelegentlich kann bei archäologischen Ausgrabungen beobachtet werden, dass Organisches in der näheren Umgebung kupferhaltiger Gegenstände teilweise erhalten bleibt.
Im oberen Bild befand sich neben dem Halsring ein Holzrest, wohl eine Holznadel zum Zusammenstecken der Kleidung. Deren Erhaltung, ebenso wie die der Zähne und des Unterkiefers ist den, sich aus dem Halsring heraus lösenden Kupferionen zuzuschreiben, welche durch ihre Giftwirkung den Verwesungsprozess hemmen.

Foto: Landesamt für Denkmalpflege
Stepperg, Markt Rennertshofen. Flachgräberfeld der frühen Mittellatènezeit (um 350 v. Chr.)

Bei einer in Archäologie Aktuell 13 beschriebenen Ausgrabung in der Nähe von Neuburg wurde sogar ein Teil des Unterarmknochens gefunden, welcher noch in dem Armreifen steckte. Der restliche Körper war, wie auch im Befund vom Schlosshof (s.o.), vergangen.

Bei Ilmendorf wurde an einem Kupferteil der Abdruck des Kleidungsstückes aus der mittleren Bronzezeit entdeckt. Die Kette war aus Leinen, der Schuss aus Wolle in Köperbindung.

Museumspädagogische Aktion:
Dazu fällt mir keine Aktion ein, denn es wäre alles nicht ungefährlich.
Man kann aber darauf verweisen, dass ein Ring aus Kupfer zu Hautbeschädigungen führen könnte, so wie ein Silberring manchmal die Haut schwärzen würde.
In den 70er-Jahren bestrich man den Unterwasserrumpf von Sportsegelbooten noch mit kupferhaltiger Farbe, um das Algenwachstum zu verhindern. Das endete, als nachgewiesen wurde, dass Yachten mit leichtem Bewuchs schneller fahren würden als ohne.

Fotos: Kurt Scheuerer und Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege


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