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Museumspädagogik - Beispiele und Erfahrungen
Wir filzen eine Satteldecke für den Schwedenschimmel

 
Im Verlauf des 30-jährigen Krieges griffen die Schweden die bayerische Landesfestung Ingolstadt vom Südufer der Donau aus an. Am 30. April 1632 sah man einige Reiter das Gelände erkunden und schoss mit einer Feldschlange von der Eselbastei aus auf diese. Zufällig traf man dabei ein Pferd, welches tot liegen blieb, nachdem man den Reiter versorgt hatte. Am Abend erfuhren die Ingolstädter von einem Gefangenen, dass man beinahe den schwedischen König getötet hätte.
Foto: Kurt Scheuerer Foto: Kurt Scheuerer
Ein Aquarell von 1633 zeigt den Schuss auf das Pferd des Königs (rechtes Bild).
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Nachdem die Schweden wenige Tage darauf abzogen, holten die Ingolstädter das königliche Pferd und präparierten es über einen Holzkern. Es ist heute noch im Stadtmuseum zu sehen.

Museumspädagogische Aktion:
Das historisierende Gemälde (links oben, Mitte 19. Jh.) zeigt bei dem Pferd eine - dem Zeitgeschmack entsprechend bunte - Satteldecke. Mir kam nun die Idee, dass man bei einer Führung die Klasse teilen könnte, um mit der einen Hälfte jeweils ein rechteckiges Stück Filz zu erstellen, so etwa 4 mal 8 cm. Möglichst bunt, wie man es bei einem weiteren Pferd des Schwedenkönigs im Museum Stockholm sehen kann.
(Lehrerin und Filzerin lehnten meinen Vorschlag ab, eine Blume sollte gefilzt werden. Am Ende sah ich mir natürlich die Ergebnisse des Filzens an und stellte zufrieden fest, dass die Stücke zumeist meinem Vorschlag ähnelten ;-)

Text und Fotos: Kurt Scheuerer, Ingolstadt


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