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Museumspädagogik - Beispiele und Erfahrungen
Sicheln - Jungsteinzeit und Bronzezeit

 
Foto: Kurt Scheuerer
Rekonstruktion einer jungsteinzeitlichen und einer spätbronzezeitlichen Sichel.

Bei dem oberen der beiden Geräte sind drei Silex-Klingen in eine Kerbe des Holzstabes eingesetzt und mit Birkenpech befestigt. Es handelt sich hier eher um ein frühes Erntemesser als um eine spätere Sichel. Zeitlich würde das Gerät dem frühen Neolithikum entsprechen, gegen 5.000 v.Chr.
Die darunter abgebildete Sichel ist aus Bronze gegossen und entspricht einem im späten 2. Jahrtausend v.Chr. in Bayern gebräuchlichen Typ der Urnenfelderzeit. Dieser geht dann in eiserne Sicheln keltischer und römischer Herkunft über, welche allmählich die Form der heute noch gebräuchlichen Handsicheln annehmen.

Foto: Kurt Scheuerer
Sicheln im Bauerngerätemuseum Ingolstadt-Hundszell, 19./20. Jh

Museumspädagogische Aktion:

Bei einer Veranstaltung im Bauerngerätemuseum kann man bei den ausgestellten Sicheln auch historische Rekonstruktionen und Bilder von Fundstücken zeigen.

Foto: Kurt Scheuerer
In Bezug auf die Verwendung der Sicheln kann man darauf hinweisen, dass vermutlich nur die Ähren des Korns abgeschnitten wurden.
Für eine Bastelaktion mit Kindern könnte man kurze, dünne, rechteckige Kartonstreifen - den Silexstücken entsprechend - zwischen zwei längere Streifen aus stärkerem Karton kleben. Zarte Grashalme sollten sich damit vorsichtig schneiden lassen ;-)

Fertigung der Sicheln: Robert Pleyer. Text und Fotos: Kurt Scheuerer.

Literatur (mit ausführlichen Zeichnungen):
Tillmann, Andreas. Erntegeräte in Bayern. Eine Übersicht vom Neolithikum bis in die Römerzeit.
In: Bauern in Bayern. Katalog Nr. 19 zur Ausstellung des Gäubodenmuseums Straubing 1992, S. 285-305.

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