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Münzkabinett im Stadtmuseum
Die Entwicklung der Münzprägung

 

Vormünzliche Geldformen

In den jungsteinzeitlichen Haus- und Dorfgemeinschaften bestand Eigenwirtschaft; allmählich erst entwickelten sich Arbeitsteilung und Handel.
Bereits in der Bronzezeit gab es ausgeprägten Fernhandel und bergwerksmäßigen Abbau von Rohstoffen.
In homerischer Zeit dienten Rinder und Schafe als Verrechnungsgrundlage; Tauschobjekte mit Geldwert waren oftmals Metallgeräte wie Becken, Dreifüße und Beile.
 

Erste Münzen

Elektron-Münzen. Foto: Kurt Scheuerer

Elektron-Münzen aus Ionien - gerieft, Rad, Löwenkopf, Löwentatze

Gegen Ende des 7. Jahrhunderts vor Christus wurden in Ionien und Lydien in Kleinasien erstmals Klümpchen aus Elektron, einer dort natürlich vorkommenden Legierung aus Gold und Silber einseitig mit Bildern beprägt. Die ersten reinen Gold- und Silbermünzen entstanden unter dem lydischen König Kroisos in der Mitte des 6. Jahrhunderts.

Noch vor 600 v.Chr. wurden in Griechenland, zuerst in Aigina, Athen und Korinth, Münzen geschlagen.
Bald entstand eine Vielzahl verschiedener Formen, weil jede Polis (Stadtstaat) eigene Münzen prägte. Meist wurden Darstellungen gewählt, die in Zusammenhang mit der Stadt, ihrer Geschichte oder ihrer besonderen Götterverehrung standen.
Das Münzmetall war zunächst nur Silber; in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts wurden dann die unpraktischen Kleinstmünzen durch handlichere Bronzestücke ersetzt.

Graphik im Stadtmuseum Ingolstadt

Die Ausbreitung der griechischen Münzprägung im 6. Jahrhundert vor Christus

Ab dem 6. Jahrhundert vor Chr. wurden auch in den Städten der griechischen Kolonien in Unteritalien und Sizilien (Großgriechenland) Münzen geprägt, wobei sich Syrakus zur wohl bedeutendsten Münzstätte nach Athen entwickelte.


Die griechische Münzprägung wird entsprechend
der Kunststile und der politischen Entwicklung
in drei Abschnitte unterteilt:
 

Archaik

Delphin, Thasos. Foto: Kurt Scheuerer
(6. Jahrhundert; Kolonisation, Bürgertum, Polis, erwachendes Selbstgefühl, Lyrik, Naturphilosophie; in der Kunst Schlichtheit und Klarheit.)
Auf den Münzen erschienen einfache Stadtsymbole, meist Tiere, welche dem Schutzgott der Stadt heilig waren; auch Pflanzen und Geräte, wodurch die Herkunft der Münze erkennbar wurde.

Nymphe, Syrakus. Foto: Kurt Scheuerer
Personen wurden in "vorstelliger Zeichnung" dargestellt:
Die Schultern von vorne, Kopf, Unterkörper und Beine dagegen von der Seite. Das Auge erschien stets in Vorderansicht, denn in ihm zeigte sich das Wesen des Gottes.
 

Klassik

(5. und 4. Jahrhundert; Perserkriege, Peloponnesischer Krieg, Sophisten; in der Kunst steht der Mensch im Mittelpunkt; strenge Darstellung im 5. und Verinnerlichung im 4. Jahrhundert.)
Die Münzbilder wurden lebendig, reichhaltig, ausgewogen und erzählerisch; überwiegend wurden Götter verkörpert.
 

Hellenismus

Kantharos. Foto: Kurt Scheuerer
(3. bis 1. Jahrhundert; Philipp, Alexander, Diadochenreiche; Steigerung des Persönlichkeitskultes; in der Kunst Entwicklung zum Dekorativen.)
Mit den Eroberungen Alexanders hatte sich der attische Münzfuß durchgesetzt.
Der zunehmende Fernhandel bewirkte eine Vereinheitlichung, die Massenausprägung eine künstlerische Verflachung der Münzbilder.

Herakles, Alexander. Foto: Kurt Scheuerer
Häufig wurden beliebte Münzmotive nachgeahmt und bekannte Statuen kopiert.
Erstmals traten jetzt Herrscherbilder auf; die Portraitkunst erlebte einen Höhepunkt.

 


Siehe auch:


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