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Münzkabinett im Stadtmuseum
Die Technik der Münzenherstellung

 

Antike Prägetechnik

Prägen. Grafik: Kurt Scheuerer
Vereinzelt wurden Münzen gegossen (frühe römische und keltische Bronzen), überwiegend jedoch wurden die antiken Münzen geprägt. Dies geschah durch einen kräftigen Hammerschlag auf den erhitzen Schrötling, welcher zwischen Ober- und Unterstempel lag. Häufig ist das Münzmaterial (Gold, Silber oder Kupfer) dadurch am Rand aufgeplatzt.
Die von geschickten Goldschmieden gravierten Stempel bestanden aus Bronze oder Eisen.
Nach einigen Hundert Prägungen waren die Stempel verformt und mussten nachgeschnitten werden.
Bei den Ostkelten wurden die Stempel sehr stark abgenutzt, so dass schüsselförmige Münzen entstanden.

Schrötlingsherstellung

Die Form der mittelkeltischen Regenbogenschüsselchen ist auch durch die Art der Schrötlingsherstellung bedingt. Gekörntes oder staubförmiges Münzmetall wurde auf kleinen Balkenwaagen genau abgewogen und gemischt und daraufhin in kleinen Vertiefungen auf Tonplatten einzeln geschmolzen. In Gewicht und Legierung stimmen die keltischen Münzen daher recht genau überein.

Gefütterte Münzen

Republikdenar gefüttert. Foto: Kurt Scheuerer
Unter frühen römischen und keltischen Münzen finden sich gelegentlich Stücke, welche eine dünne Silberschicht über einem Kupferkern aufweisen. Vermutlich wurden hier die beiden Silberbleche am Rand der Münze verlötet, anschließend erfolgte dann die Prägung.
Sehr häufig bestehen keltische Regenbogenschüsselchen aus einer Kupfer-Silber-Legierung mit Goldüberzug. Alle diese Münzen sind untergewichtig.

Silbersud

Ab dem dritten Jahrhundert nach Christus wurden die römischen Münzen, welche aus einer Kupfer-Silber-Legierung bestanden, in Säure gekocht, so dass sich das Kupfer an der Metalloberfläche ablöste und eine dünne, poröse Silberschicht übrigblieb, welche aber durch den Prägevorgang gehärtet wurde.


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