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Josef Würdinger:
Ingolstädter Musikmeister des 19. und 20. Jahrhunderts

 

Max Schott (1856-1934)
königlicher Obermusikmeister
beim 10. Infanterieregiment „Prinz Ludwig" in Ingolstadt

Abschiedskonzert 1919

Als nach dem 1. Weltkrieg die bayerische Armee in den Verband der Reichswehr übernommen wurde, nahm Schott, einer der bekanntesten Militärmusiker Bayerns, seinen wohlverdienten und ehrenvollen Abschied. Am 12. November 1919 würdigte der damalige Oberbürgermeister Kroher in einer öffentlichen Sitzung des Stadtrates die Verdienste des Obermusikmeisters Max Schott, der sich „als die Seele des musikalischen Lebens der Stadt erwiesen habe". In der gleichen Sitzung wies Stadtrat Dr. Liebl „auf das erhebende Moment, das in guter Musik liege. Schott, den er als junger Student (Liebl) schon auf dem Nockerberg habe feiern sehen, habe den Namen Ingolstadt weit hinausgetragen in deutsche Lande... Was er den Ingolstädtern vorgespielt hat, das werden die alten und jungen Ingolstädter noch in späteren Tagen sich erzählen und daran sich stets mit Freuden und Dankbarkeit erinnern". (35)

1919
Das Abschiedskonzert musste wegen der großen Nachfrage an Eintrittskarten zwei mal aufgeführt werden.

Sein Abschiedskonzert wurde am 13. November 1919 im vollbesetzten Schäffbräukeller vor 1100 Zuhörern zu einem wahren Höhepunkt in der Musikdarbietung der damaligen Zeit. Eine Stunde vor Beginn hatte sich der Saal schon gefüllt, und als der Obermusikmeister vor seinem Musikkorps erschien, „wurde er mit lautem Jubel und einem brausenden Hoch empfangen, in das auch das Orchester mit nahezu 50 Musikern mit einem Tusch einfiel". (36) Nach dem ersten Teil des Konzerts ehrten das alte Ingolstädter Regiment, das Musikkorps sowie die Schlaraffia ihren Meister jeweils mit einem Lorbeerkranz und die Unteroffiziere stifteten einen silbernen Pokal, der sich heute noch im Besitz der Familie Schott in Donauwörth befindet. Zum Schluss des Abends „durchbrauste hellster Jubel" die tausendköpfige Menge, als der „Schottsche Zehnermarsch" sowie der „Prinz Eugen Marsch" ertönten. (37)

70. Geburtstag 1926

Ein so großartiger Musiker wie Max Schott blieb zeitlebens der Musik verbunden. Nach seinem Abschied aus Ingolstadt verbrachte er seinen Lebensabend im bayerischen Bad Aibling. Als er dort im Jahre 1926 seinen 70. Geburtstag feierte, wurde ihm zu Ehren im dortigen Kurhaus ein großes Militärkonzert veranstaltet. Ca. 30 ehemalige Militärmusiker aus den ehemals in Ingolstadt stationierten 10er, 13er Regimentern, den Fußartilleristen und den Pionieren, verstärkt durch etliche frühere Musiker von Münchner Militärkapellen, bewiesen ihre Verbundenheit zu ihrem ehemaligen Dirigenten und machten unter seiner Stabführung dieses Konzert zu einem Erlebnis für die Bad Aiblinger Bürger. (38)

1926
Stadtarchiv Ingolstadt, Akt Max Schott.

Josef Würdinger, Ingolstadt, im September 2005


Anmerkungen
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