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Brunnquell. Lampendesign aus Ingolstadt

Museum für Konkrete Kunst - 13.10.2019 bis 19.04.2020

Am Sonntag, 13. Oktober, eröffnet im Museum für Konkrete Kunst die Ausstellung „Brunnquell. Lampendesign aus Ingolstadt“.

Die Firma Brunnquell verkörpert eine deutsche Erfolgsgeschichte des Industriedesigns der 1960er und 1970er Jahre. Insbesondere ist sie mit einer der wenigen Frauen des Produktdesigns verbunden: Traudl Brunnquell (1919-2010), die mit Designgrößen wie Wilhelm Wagenfeld zusammengearbeitet hat. Im Zentrum der Ausstellung steht das Lampendesign der Firma, das bedeutende Einflüsse auf die Gestaltung von Wohnwelten in Nachkriegsdeutschland genommen hat. Die Schau wird ausgerichtet von der Stiftung für Konkrete Kunst und Design und findet im Kontext des Bauhaus-Jubiläums statt.

Brunnquell – eine deutsch-deutsche Firmen- und Familiengeschichte
In der wechselvollen Firmen- und Familiengeschichte zeigen sich die Auswirkungen der politischen Verhältnisse des 20. Jahrhunderts, wie sie viele mittelständische Betriebe erlebt haben: Ein Unternehmen verlor in der sowjetischen Besatzungszone alles und baute sich eine neue Existenz in Bayern auf. Wachsender Wohlstand, neues Konsumverhalten und ein verändertes Statusbedürfnis der Mittelschicht ließen in der jungen Bundesrepublik ein solches Unterfangen erfolgreich werden.

Das Leuchtendesign von Brunnquell verkörperte idealtypisch eine neue Ära, in der sich künstlerische Ideen mit einem fortschrittlichen Zeitgeist verbanden. Designgrößen wie Wilhelm Wagenfeld, dem Schöpfer der berühmten „Bauhaus-Lampe“, und Erich Slany lieferten Entwürfe für Brunnquell-Leuchten, die auf internationalen Messen erfolgreich wurden. Vor allem aber ist die Firma mit einer der wenigen Frauen des Produktdesigns verbunden: Traudl Brunnquell. Die in Vergessenheit geratene Designerin wäre 2019 100 Jahre alt geworden – ein Anlass, sich mit ihrem Werk auseinanderzusetzen.

Traudl Brunnquell

Traudl Brunnquell (* 29.08.1919, † 16.03.2010) kam schon in früher Kindheit mit Kunst in Berührung, entstammte sie doch der Künstlerfamilie Adam in München. Sie hat oft neue Techniken ausprobiert und so ihr Œuvre von Kupferdrucken, über Aquarell- und Öl- bis hin zu Acrylmalereien erweitert. Besonders ihr Schaffen im Bereich des Lampendesigns ist unverwechselbar. Ein Großteil der Arbeiten, die sich heute im Besitz des Museums sowie insbesondere der Stiftung für Konkrete Kunst und Design befinden, gehören diesem Genre an. Viele der Modelle ihrer Lampen und Leuchten wurden über die Jahre ausgezeichnet; 1977 erhielt sie auf der Messe in Hannover für zwei ihrer Lampen den Preis für „Die gute Industrieform 1977“. 2017 wurde Traudl Brunnquell als 17. Stiftungskünstlerin in die Stiftung für Konkrete Kunst und Design Ingolstadt aufgenommen.

Designausstellung von leuchtendem Zeitgeschmack

In der Ausstellung werden rund 100 Leuchten aus dem Hause Brunnquell gezeigt und ikonischen Lampendesigns der Zeit gegenübergestellt. Daran sieht der Besucher, dass die Firma Brunnquell nicht nur Avantgardeprodukte fertigte, sondern es verstand, mit vielseitigen Materialien und modularer Kombinationsmöglichkeit den typischen Zeitgeschmack zu bedienen. Traudl Brunnquells Leuchten bestehen aus keramischen Körpern, die sich an schlichten geometrischen Formen orientierten. Die entstandenen Grundformen und die daraus abgeleiteten Formkombinationen bildeten den Grundstock ihres Leuchtenportfolios. Brunnquell-Leuchten waren in unzähligen Varianten zu kombinieren: Man nahm einen Leuchtenfuß, der gefiel, und suchte sich dazu einen passenden Lampenschirm aus.

Katalog aus der Stiftung für Konkrete Kunst und Design

Die Stiftung für Konkrete Kunst und Design, die am MKK beheimatet ist, bewahrt und pflegt seit 2017 das Erbe der Firma Brunnquell. Mit dieser Ausstellung möchte sie ihrem Sammlungsschwerpunkt Design gerecht werden und neue Aspekte zur Geschichte des deutschen Industriedesigns liefern.
Ein begleitender Katalog, ganz ähnlich den alten Produktbroschüren der Firma, wird die Ausstellung ergänzen. In diesem wird nicht nur ein Teil der Leuchten aus der Sammlung der Stiftung für Konkrete Kunst und Design fotografisch festgehalten. Kunst- und Designhistorikerinnen fächern darüber hinaus in ausführlichen Texten die Geschichte dieses Unternehmens aus verschiedensten Perspektiven auf: als deutsch-deutsche Firmenhistorie, als Spiegel der Wohn- und Produktkultur der Nachkriegszeit bis hin zur Vorstellung einer bemerkenswerten Frau, die sich als eine der wenigen in der Designlandschaft einen Namen machen konnte.

Die Ausstellung wird durch die freundliche Unterstützung von Audi ArtExperience und Gebrüder Peters Gebäudetechnik GmbH ermöglicht.

Informationen zur Ausstellung:

Dauer der Ausstellung: 13.10.2019 bis 19.04.2020
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10:00 bis 17:00 Uhr
Ort: Museum für Konkrete Kunst, Tränktorstraße 6-8, 85049 Ingolstadt
Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 3 Euro

www.mkk-ingolstadt.de