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Überprüfung kann sich lohnen

Leistungen des Jobcenters können auch Familien mit Kindern nutzen

Familien mit Kindern haben viel häufiger Anspruch auf ergänzende SGB II Leistungen und damit auch die Leistungen des Bildungs- und Teilhabepaketes, als gemeinhin angenommen. Neben der Familiengröße, hängt dies vor allem von der Höhe des Einkommens und der Miete ab. Arbeitslosigkeit ist – trotz der Bezeichnung „Arbeitslosengeld II“ gerade keine Leistungsvoraussetzung.
Ein Paar mit zwei Kindern hat in Ingolstadt beispielsweise bei einem Bruttoeinkommen von 3.000 Euro und Kosten für Miete und Heizung ab 1.000 Euro wahrscheinlich einen Leistungsanspruch. Bei einem Bruttoeinkommen von 2.600 Euro ist dies bei einer Warmmiete ab 770 Euro der Fall. Für Alleinerziehende mit zwei Kindern, die keinen Unterhalt bekommen, rentiert sich voraussichtlich ein Antrag bei einem Bruttoeinkommen von 1.800 Euro bei einer Warmmiete von mehr als 660 Euro; bei einem Bruttoeinkommen von 1.500 Euro schon ab Kosten für die Wohnung von mehr als 475 Euro. Sind die Kinder schon etwas älter, bestehen voraussichtlich auch bei etwas höheren Einkommen (oder etwas günstigeren Wohnungen) Ansprüche.
Auch bei einem vermeintlich geringen ergänzenden Anspruch auf Arbeitslosengeld II sollten gerade Familien die Beantragung von Leistungen nicht scheuen. Bei zwei Kindern im schulpflichtigen Alter verzichtet die Familie nämlich zusätzlich zum Arbeitslosengeld II auch auf insgesamt 300 Euro Schulbeihilfe und 360 Euro jährliches Teilhabebudget sowie auf die Übernahme der Kosten für Klassenfahrten, Schulausflüge, erforderliche Nachhilfe und Mittagessen, falls ein solches in schulischer Verantwortung angeboten wird sowie die Befreiung von der Rundfunkbeitragspflicht