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Ärgernis Graffiti

Stadt geht gegen Schmierereien vor

Illegal angebrachte Graffiti und Schmierereien sind nicht nur ein Ärgernis im Stadtbild, sondern für die betroffenen Hausbesitzer auch finanziell belastend, da sie für die Reinigung ihres Eigentums aufkommen müssen. Die Stadt hat sich deshalb das Ziel gesetzt, solche Bemalungen in der Innenstadt schnell zu entfernen. Bei Gebäuden und Bauwerken der Stadt übernimmt die Kommune selbst die Reinigung. „Wir dulden solche Schmierereien nicht und bringen konsequent jedes illegal angebrachte Graffiti zur Anzeige“, bekräftigt Bürgermeister Albert Wittmann.

Das städtische Tochterunternehmen in-arbeit wurde damit beauftragt, in einer gesonderten Reinigungsaktion insbesondere verschmierte Stromkästen in der Altstadt zu reinigen. Anschließend sollen die Betreiber, wie die Stadtwerke Ingolstadt, Werbung anbringen, um künftige Verunreinigungen zu vermeiden. „Gegen Graffiti vorzugehen ist ein dauerhafter Kampf, den man aber nicht aufgeben darf. Solche Schmierereien müssen so schnell wie möglich entfernt werden, sonst werden Nachahmer aufmerksam“, erklärt Wittmann.

Um private Hauseigentümer bei der Entfernung von Schmierereien zu unterstützen, bietet die Stadt einen Zuschuss für die Reinigungskosten an. Die Hälfte der anfallenden Kosten (bis maximal 250 Euro) können von der Stadt übernommen werden, wenn der Eigentümer innerhalb einer Woche nach der Förderzusage einen Reinigungsauftrag erteilt. Hierzu sollte ein Kostenvoranschlag einer Fachfirma mit einem formlosen Antrag und dem Foto des Graffiti per E-Mail an steuerung@ingolstadt.de geschickt werden. Die Zusage der Förderung erfolgt in der Regel umgehend. Das Angebot wird von den betroffenen Eigentümern gut angenommen, auch im laufenden Jahr wurden bereits mehrere Zuschüsse ausgezahlt.

Selbstverständlich sind Graffiti nicht gleichzusetzen mit Schmierereien. Schön gestaltete und legal angebrachte Arbeiten sind nicht nur kreative Kunstwerke, sondern können auch das urbane Stadtbild prägen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Unterführung am Nordbahnhof. Nachdem es in Bürgerversammlungen und bei Sitzungen des Bezirksausschusses schon länger Beschwerden über den optischen Zustand der Unterführung gab, hat der Stadtjugendring Ingolstadt die Initiative ergriffen und eine künstlerische Gestaltung der Unterführung vorgeschlagen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Professionelle Graffiti-Künstler haben die Wände mit den Namen, Flaggen, Logos, Nationalfarben und Infos der zehn Ingolstädter Partnerstädte gestaltet. Mit diesem Gestaltungskonzept soll auf die vielfältigen internationalen Beziehungen und auf die kulturelle Vielfalt Ingolstadts hingewiesen werden – und ganz nebenbei gibt es schöne Kunstwerke statt Schmierereien zu sehen. Auch bei anderen Aktionen gibt es viele Möglichkeiten für legales Graffitisprayen, etwa bei der „La Grande / Petite Schmierage“ oder im Rahmen des Tumult-Festivals. Im Juli verschönerten junge Künstler zum Beispiel die Fassade eines Pumpwerkhauses der Kommunalbetriebe am Unterlettenweg.