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Die Ersten in Europa

Ingolstadt öffnet „Smart-City-Schnittstelle“ für Ampelinformation von Audi

Der blaue Audi e-tron nähert sich einer Kreuzung in Ingolstadt. Schon durch das Setzen des Blinkers weiß das Auto genau: Auf der weiteren Fahrtstrecke kommt eine Ampel. Und diese Ampel ist zwar gerade rot, aber wenn der Fahrer jetzt mit 40 km/h auf die Ampel zurollt, wird sie auf grün umspringen, bis das Fahrzeug die Ampel erreicht. Das ist nicht nur praktisch und sorgt für ein harmonisches Fahrgefühl. Durch das Vermeiden von abrupten Abbremsen und Anfahren wird auch der Verbrauch reduziert und die Umwelt geschont. Möglich macht das die neue Ampelinformation, die Audi jetzt in einigen Modellen anbietet. Die dazugehörigen Daten liefert die Stadt Ingolstadt – als erste Stadt in Europa.
Bereits seit mehr als zehn Jahren arbeiten das städtische Amt für Verkehrsmanagement und Geoinformation und Audi gemeinsam an der Ampel-Fahrzeug-Kommunikation. Dazu müssen die digitalen Zustandsdaten der Ampeln erfasst und zu Informationen, wie zum Beispiel der Zeitdauer bis zur nächsten Grünphase oder Geschwindigkeitsempfehlungen, die ein reibungsloses Passieren der nächsten Ampel ermöglichen, weiterverarbeitet und an die Autofahrer übermittelt werden. Was zunächst einfach klingen mag, ist bei näherem Hinsehen alles andere als trivial. Da in Ingolstadt, wie in vielen anderen Städten, eine verkehrsabhängige Steuerung der Ampeln zum Einsatz kommt, die neben dem aktuellen Verkehrsaufkommen auch die Busbeschleunigung und Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr berücksichtigt, gibt es keine festen Signalabläufe an den Ampeln, die mit einfachen Rechenverfahren vorausberechnet werden könnten.

Von den insgesamt 160 Kreuzungen im Stadtgebiet sind aktuell rund 94 in das System integriert. Bis zum Jahr 2022 werden auch die verbleibenden 66 Kreuzungen schrittweise so umgebaut, dass auch deren Ampeln die Zustandsdaten zentral übermitteln können. „Es steckt schon eine Menge an komplexer Technik und Know-how in einer scheinbar simplen Ampelsteuerung“, so Stadtbaurätin Renate Preßlein-Lehle, „das erklärt, weshalb die Umrüstung der Ampeln einige Zeit in Anspruch nimmt. Aber wir sind mit dem Umbau voll im Zeitplan“. Über die Smart City-Schnittstelle ist es möglich, die digitalen Zustandsdaten der Ampeln allen Interessierten, Software- und App-Entwicklern sowie der Automobilbranche als Open Data kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Nach einer Registrierung beim Amt für Verkehrsmanagement und Geoinformation wird der Zugang freigeschaltet. Mit der Einführung der Smart City-Schnittstelle nimmt die Stadt Ingolstadt im Bereich der Ampel-Fahrzeug-Kommunikation eine Vorreiterrolle ein: „Durch die Bereitstellung der Ampelzustandsdaten ermöglichen wir es verschiedensten Branchen, Produkte und Services in den unterschiedlichsten Bereichen zu entwickeln“, betont Oberbürgermeister Christian Lösel. „Auch für das autonome Fahren der Zukunft werden Ampelzustandsdaten eine wesentliche Rolle spielen“, ist sich der OB sicher. „Die Investition in die moderne Infrastruktur dient damit gleichsam der Stärkung des Standorts, denn die Entwicklung neuer Technologien sichert hochqualifizierte Arbeitsplätze. Auch die Dimension der Nachhaltigkeit darf nicht vergessen werden: Flüssigerer Verkehr bedeutet für den Einzelnen eine Zeitersparnis und für die Umwelt weniger Schadstoffe durch Abbremsen und Anfahren an den Ampeln.