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Rudolf Kämmer - Gedankenspiele

Neue Ausstellung im Museum für Konkrete Kunst

Am Samstag, 1. Februar, eröffnet das Museum für Konkrete Kunst um 19 Uhr die Ausstellung „Rudolf Kämmer – Gedankenspiele“. Die Einzelausstellung präsentiert einen Querschnitt durch das Werk des kürzlich verstorbenen Künstlers, der in Oberbayern lebte und arbeitete. Am Eröffnungsabend begrüßt die Direktorin Dr. Simone Schimpf die Besucher. Eine Einführung in das Schaffen des Künstlers gibt Dr. Claudia Quittenbaum, Quittenbaum Gallery. Die Ausstellung läuft bis 29. März.
Mit der Ausstellung „Rudolf Kämmer – Gedankenspiele“ würdigt das Museum für Konkrete Kunst den Künstler erstmals mit einer Einzelausstellung. Es werden Werke aus Kämmers früher Schaffensphase gezeigt, darunter auch Arbeiten, die auf den Ausstellungen der Gruppe Nove Tendencije (Neue Tendenzen) in den 1960er Jahren in Zagreb präsentiert wurden. Die Künstlervereinigung machte moderne wissenschaftliche Erkenntnisse zu ihrer Schaffensgrundlage. Kämmer partizipierte mit Arbeiten, die dynamische Bewegungen ins Bild brachten. Wie diese Werke weitergedacht wurden, zeigt sich auch in den neueren Arbeiten. Eine besondere Affinität zu veränderbaren Strukturen, die sich aus wiederholenden Elementen ergibt, zieht sich wie ein Leitfaden durch alle Werkgruppen des Künstlers. Die Ausstellung bietet einen Überblick über das künstlerische Schaffen Kämmers.
Mit seinen Bildobjekten erforschte Kämmer das Sehen als eine Methode des kritischen Hinterfragens. Sein Werk variiert dabei zwischen verspielten Objekten und sinnlich-poetischen Konstruktionen. Kämmers Optical Art will die Wahrnehmung nicht in Zweifel ziehen. Vielmehr zeigte der Künstler, wie Muster erzeugt werden, und gab den Betrachtenden das Werkzeug an die Hand, diese kritisch zu beäugen und sogar aktiv zu verändern. An ausgewählten Werken dürfen die Besucher der Ausstellung selbst Strukturen verändern und neue gestalten. Mit der Möglichkeit des manuellen Umformens regen die Arbeiten ein Gedankenspiel an, das Alternativen und Variationen von bekannten Strukturen aller Art sucht.
Der kürzlich verstorbene Rudolf Kämmer (1935 – 2019) lebte und arbeitete als Konkreter Künstler in Oberbayern. Nach seiner Lehre zum Dekorationsmaler und seiner akademischen Ausbildung in Dresden und Leipzig verschlug es Kämmer nach München an die Akademie der Bildenen Künste. Mit Ernst Geitlinger als Mentor entwickelte er dort seine eigene Formsprache. Noch während seines Studiums schloss sich Kämmer der Gruppe Nove Tendencije (Neue Tendenzen) an, die Kunstschaffende aus ganz Europa vereinte und mitten im Kalten Krieg Grenzen überwand. Die Künstler suchten den interdisziplinären Anschluss an die neusten Forschungen im Bereich der Wahrnehmung, Kinetik und serieller Produktion. Damit legten sie den Grundstein für die Computerkunst und später für die Digital Art. Nach der sehr erfolgreichen Teilnahme an allen Ausstellungen der Nove Tendencije Gruppe fanden die Arbeiten Kämmers lange Zeit nur vereinzelt Eingang in Ausstellungen. In den letzten Jahren wurde er jedoch wiederentdeckt. Nun würdigt das MKK Rudolf Kämmer erstmalig mit einer Einzelausstellung.