Sonderausstellung „Schwarze Kunst in Ingolstadt – 110 Jahre Gießereigeschichte“

Ausstellungsplakat „Schwarze Kunst in Ingolstadt – 110 Jahre Gießereigeschichte“ name=

26. November 2019 – 1. März 2020

(Stadtmuseum Ingolstadtl)

Der Name Ingolstadt wird heute in alle Welt getragen. Das verdankt unsere Stadt vor allem ihrer Eigenschaft als Industriestandort. Heute sind es Audi AG und Raffinerien, damals war es die Königlich Bayerische Geschützgießerei und Geschossfabrik (1885 – 1918). Der Betrieb hat mit wechselnden Namen – Deutsche Werke A. G. Berlin, Schubert&Salzer Maschinenfabrik AG, Rieter Ingolstadt Spinnereimaschinenbau AG – über ein Jahrhundert die Stadt entscheidend geprägt. Vor mehr als zwei Jahrzehnten wurde die Produktion in der Gießerei an der Donau eingestellt. Heute sind die meisten Werksgebäude verschwunden. Erhalten blieb die denkmalgeschützte Kanonenwerkstätte.

Im Stadtmuseum und im Stadtarchiv, beide untergebracht im Kavalier Hepp, haben wir die glückliche Konstellation, zur Industriegeschichte über eine reiche Auswahl sowohl der archivischen wie der musealen Überlieferung zu verfügen.

Die Ausstellung mit dem Titel „Schwarze Kunst in Ingolstadt – 110 Jahre Gießereigeschichte“ beschäftigt sich mit einem traditionsreichen und einem wirtschaftlich hoch spannenden Ort. Hier begegnen sich herzogliche, fortifikatorische und industriegeschichtliche Aspekte Ingolstadts von europäischem Rang. Die Zusammenschau ist den archäologischen Ausgrabungen zu danken, die im Vorfeld der neuen Nutzung des Areals östlich des Neuen Schlosses durchgeführt wurden. Die Ausbaustufen der Befestigung seit dem 15. Jahrhundert, aber auch die zunehmende Umwandlung der Anlagen hin zur militärischen Rüstungsindustrie finden sich im Boden und in den Plänen bestätigt.

Das Stadtmuseum kann durch die Sammlungstätigkeit von Erich Maßl und weiterer ehemalige „Gießhäusler“ zahlreiche Zeugnisse dieser Geschichte präsentieren. Dabei wird der Alltag im Hüttenwerk ein stückweit erlebbar.

Das Stadtarchiv verwahrt seit Kurzem das umfangreiche und qualitativ äußerst hochwertige Firmenarchiv der Firma Rieter. Es ist dieser archivischen Überlieferung zu danken, die Entwicklung von militärischer zu ziviler Nutzung in einer Ausstellung zeigen zu können. Gerade die Zeit seit der Weimarer Republik bis heute findet ihren Ausdruck in den unzähligen Glasplattenaufnahmen, in weiterem Fotomaterial, Akten (v. a. zur Gebäudeverwaltung), einer Reihe von Grafiken, in den Werbebroschüren und –filmen bis hinauf ins späte 20. Jahrhundert.

Auch die Archäologie kann zu einer ersten Gesamtschau des historischen Erbes des Ingolstädter Traditionsbetriebes beitragen. Die Ausstellung des Stadtmuseums ist daher in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege entstanden.

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