Das Marieluise-Fleißer-Archiv

Seit 1978 besitzt das Stadtarchiv Ingolstadt, das sonst in erster Linie stadtgeschichtliche Dokumente sammelt, auch einen wichtigen literarischen Nachlass: Das Marieluise-Fleißer-Archiv. Verschiedene Literaturarchive und vor allem die Handschriftensammlung der Bayerischen Staatsbibliothek München hatten sich in Konkurrenz mit Ingolstadt, dem Geburtsort der Dichterin, darum bemüht, den wertvollen Bestand von der Familie Fleißer zu erwerben.
Die Stadt erhielt schließlich den Zuschlag, u. a. mit der Auflage, in regelmäßigen Abständen einen Literaturpreis zu vergeben. 1981 wurde der Marieluise-Fleißer-Preis dann erstmals an die Schriftstellerin Irmgard Keun verliehen. Bisher gab es folgende Preisträger:

  • 1986 Uwe Dick
  • 1989 Herta Müller
  • 1992 Thomas Hürlimann
  • 1995 Robert Schneider
  • 1998 Gert Heidenreich
  • 2001 Petra Morsbach
  • 2003 Harald Grill
  • 2005 Kerstin Specht
  • 2007 Franz Xaver Kroetz
  • 2009 Dea Loher
  • 2011 Sibylle Lewitscharoff
  • 2013 Rainald Goetz
  • 2015 Ulrich Peltzer
  • 2017 Christoph Rausmayr

Zusätzliche Informationen finden Sie bei der Externer LinkFleißer-Gesellschaft.

Marieluise Fleißer

Nachlass und Marieluise-Fleißer-Dokumentation

Der Nachlass im Stadtarchiv umfaßt ca. 15 laufende Regalmeter Aktenordner, Bücher, Fotos und Plakate mit den Fassungen der Bühnenstücke von Marieluise Fleißer. Der umfangreichste Teil des Nachlasses besteht aus der Sammlung einiger hundert Briefe, die Marieluise Fleißer seit 1926 schrieb oder die sie als Adressatin bekam. Da finden sich die Namen einiger bedeutender Zeitgenossen aus Literatur und Kunst, wie z. B. Bertolt Brecht, Günter Eich, Helene Weigel, Therese Giehse und viele andere. 1996 konnten diese Dokumente aus dem Nachlass einer Fleißer-Schwester nochmal erheblich erweitert werden, u. a. gelangten erstmals auch Kleider und Möbelstücke der Dichterin ins Archiv.
Seit ca. 1980 gibt es die bereits über 2000 Nummern umfassende Fleißer-Dokumentation, in der seit dem Tod der Schriftstellerin alle Zeitungsartikel, Theaterprogramme, Bücher und andere Zeugnisse zu ihrem Leben und Werk gesammelt werden. Das Erbe der Dichterin zu bewahren und mit neuen Informationen zu ergänzen, wurde im Stadtarchiv Ingolstadt schon immer als Verpflichtung gesehen. Jahr für Jahr gelangen etwa 50 Briefe mit detaillierten Anfragen zu Leben und Werk der Ingolstädter Schriftstellerin ins Stadtarchiv. Darüber hinaus nutzen Schüler, Studenten, Doktoranden sowie Schauspieler, Regisseure und Dramaturgen aus ganz Europa die Gelegenheit, die Sammlung im Marieluise-Fleißer-Archiv persönlich zu studieren. Aber auch an der Atmosphäre und an den in der Dichtung Marieluise Fleißers beschriebenen „Schauplätzen“ der Stadt Ingolstadt sind viele Besucher interessiert.
Inzwischen ist der Großteil der Bestände in die Datenbank FAUST übertragen. Die wertvollen Originaldokumente sind zudem als Mikroverfilmung und häufig benötigte Fotos als Digitalisate vorhanden.

Weitere Informationen:

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Zu Marieluise Fleißer:

Externer LinkBibliotheksVerbund Bayern

Allgemein:

Externer LinkLiteraturstiftung Bayern

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