Logo Kurt Scheuerer, Ingolstadt Wissensspeicher zur Geschichte von Ingolstadt  
ägyptische Zahlen
auf einer Stele des Sesostris III. in Semna

 
Vor etwa 4000 Jahren sicherten die Ägypter ihre Grenze zum südlich gelegenen Nubien durch starke Festungen. Ihren Machtanspruch unterstrichen sie durch Steintafeln, auf denen ihre Eroberungszüge beschrieben waren.
Hier eine Stele des Königs Sesostris III. aus der Festung Semna am zweiten Katarakt, der Grenze zwischen dem von Ägypten besetzten Unternubien und dem Königreich von Kerma in Obernubien.

Im oberen Halbkreis der Stele wird beschrieben, wer die Stele setzen lies.
Über Allem schwebt die geflügelte Sonnenscheibe, ein Symbol für Gott. Der Text beginnt rechts mit dem Lebenszeichen und dem Falken: "Es lebe Horus ...". Horus in Falkengestalt ist der Sohn Gottes, oftmals wird der Pharao mit ihm gleichgesetzt.

Stele aus Semna
Unter dem Halbkreis beginnt der Text mit den Taten des Pharao, ebenfalls von Rechts her zu lesen.

Die Stele ist zu Beginn des Textes, wie es in der gesamten Antike üblich war, durch den Namen und das Regierungsjahr des Herrschers datiert:

»Im Jahr 16, im Wintermonat drei ...«

Das Zeichen für Zehn ist ein Bogen, ähnlich einem gestürzten U, das Zeichen für Eins ist ein I.
Das Zeichen für Wintermonat ist, im Bild links davon, der flache Bogen über III.

Es gibt Zeichen für 1, 10, 100, 1.000, 10.000, 100.000 und 1.000.000.
Zur Darstellung der Zahl 300 ist das Zeichen für Hundert dreimal zu schreiben.
Im Bild oben ist zu sehen, dass die Zahl Sechs durch sechs senkrechte Striche dargestellt wurde.

Schriftliche Additionen sind in diesem Zahlensystem leicht durchführbar.
Mit römischer Zahlenschreibweise war dieses schon erheblich schwieriger, weshalb in der klassischen Antike das Rechenbrett, der Abacus, als Hilfsmittel eingesetzt wurde.

Kurt Scheuerer, 1999


Siehe auch:

Impressum - - - Nachricht an den Gestalter der Seiten: Kurt Scheuerer
Zur Auswahl regionale Archäologie Ingolstadt - - - Zur Hauptauswahl Wissensspeicher Ingolstadt