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Die Schweden vor Ingolstadt im April/Mai 1632
Was geschah mit den Audörfern?

 
Am 29. April 1632 kamen die Schweden unter ihrem König Gustav Adolf von Rein am Lech her und besetzten den Bereich südlich der bayerischen Landesfestung Ingolstadt; das Heer des bayerischen Churfürsten Maximilian lagerte nordöstlich der Stadt.
Nach Einbruch der Nacht wurde die Stadt auf zwei Punkten vom Feinde angegriffen, am Donautor und an der Schiffbrücke beim Schloss.

"Den 30. April sah man die Feinde mit Aufwerfung neuer Schanzen beschäftigt, die Schanze beim Galgen erhöhen, Bäume aus dem nahen Wäldchen herbeiführen, und Bauern als Schanzer zwangsweise zu der schweren Arbeit anhalten." (Jakob Balde, Huldigung Tillys, S. 44)
Nach einer Aussage von Dr. Hofmann gingen lange Zeit danach aus den Audörfern keine Abgaben mehr ein, da diese Orte verödet und ihre Bewohner tot oder geflohen waren.

In seinem in lateinischer Sprache gedichteten »Triumphgesang auf die bayerischen Jungfrauen im Schwedenkrieg« schildert der Lyriker Jakob Balde S.J. die Flucht einer von Landsknechten bedrohten jungen Frau - wohl aus den Audörfern kommend - über die Donau in die schützende Festung:

Nicht Rom allein mag fürder prunken
Mit seinen stolzen Heldenfrau´n ...
Auch uns´re Zeit sah ihre Dränger ...

Es schwamm im wilden Wellentanze
Der Donau Bayern´s Clölia
Zum Ingelstädt´schen Mauerkranze -
Und knirschend stand Porsena da.

Den Fuß schon in des Isters Wogen,
Der selbst wie angedonnert schien;
Doch kam nicht willig nachgezogen
Das Ufer zu dem Würger hin.

So sucht den Wall von Schilf und Rohren
Die Nymphe, die der Faun bedrängt;
Schnell ist sie seinem Blick verloren,
Der noch am Schatten lüstern hängt.

So windet wohl sich die Najade
Aus des Tritonen Arm heraus,
Der sie umstrickt im Wellenbade,
Und taucht in ihr kristallen Haus.

"Zurück, du Lüstling, Lanzknecht, rette
"Dich hin nach andrer Thermen Gluth
"Zu tief ist dieses Stromes Bette,
"Zu eisig seine wilde Fluth." -

Balde´s Triumphgesang auf die bayerischen Jungfrauen im Schwedenkrieg
Übertragung: Karl Zettel, Ingolstädter Unterhaltungsblatt 1873, Nr. 34, S. 136.

Jakob Balde´s Tagebuchextract,
oder kurze Beschreibung der Belagerung der Festung Ingolstadt durch die Schweden im Jahre 1632,
seiner Huldigung Tillys entnommen. Münchner Ausgabe von 1729 B. VII. p. 41-46.
Aus: Kollektaneenblatt für die Geschichte Bayerns, insbesondere des ehemaligen Herzogtums Neuburg, Jg. 10, 1844.


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