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Münzkabinett im Stadtmuseum
Die Kaufkraft des Geldes

 

Antike

Um 600 v.Chr. erhielt man in Athen für eine Drachme ein Schaf oder einen Scheffel Gerste, für 5 Drachmen einen Ochsen.
Um 400 v.Chr. kostete ein Schaf schon 10 bis 20 Drachmen und ein Ochse 50 bis 100 Drachmen. Ein Arbeiter auf der Akropolis erhielt zu dieser Zeit eine Drachme am Tag, zur Zeit Alexanders des Großen (um 330 v.Chr.) bekam er 2 bis 2½ Drachmen pro Tag.

In der frühen römischen Kaiserzeit bezahlte man in einer einfachen Gaststätte für einen halben Liter Wein mit Brot 1 As, für die Zukost 2 Asses und für die Übernachtung (»Puellam«) 8 Asses.
Diokletian erließ 301 n.Chr. eine Höchstpreisvorschrift, nach welcher für ein Ei nicht mehr als 1 Denar, für ein Pfund Rindfleisch höchstens 8 D (Schweinefleisch 12 D) und für einen halben Liter Wein ebenfalls maximal 8 D verlangt werden durften.
Ein Landarbeiter erhielt täglich 25 Denar, dazu freie Kost; ein »Gymnasiallehrer« bekam 3750 D (250 D je Schüler) monatlich.

Mittelalter

Um 1320 erhielt ein Steinmetz- oder Zimmerergeselle in Regensburg im Winter 2 Pfennige und im Sommer 4 Pfennige pro Tag.
Für einen Pfennig konnte er etwa 6 Halbe Bier kaufen.

Um 1400 erhielt ein Maurermeister pro Tag 10 Regensburger Pfennige, ein Erdarbeiter 3 Pfennige.
Für einen Pfennig bekam er einen halben Liter Wein, eine Mahlzeit im Gasthaus kostete 3 Pfennige.

Neuzeit

1667 erhielt ein Regensburger Zimmerermeister 20 Kreuzer am Tag, ein Taglöhner 12 Kreuzer.
Ein Pfund Rindfleisch kostete 4 Kreuzer, ein Abendessen mit Bier 2 Kreuzer, ein Kopf (= 0,8 Liter) Wein 12 bis 13 Kreuzer und ein Kopf Weißbier 6 Pfennige (= 1½ Kreuzer).

Um 1850 kostete ein »Maaß« Bier 4 Kreuzer (= 16 Pfennige).
Ein Haushalt mit fünf Personen verbrauchte pro Woche durchschnittlich 3½ Taler.

20. Jh.

Um 1900 zahlte man für ein Abendessen mit Bier etwa 70 Pfennige.
Ein Zimmermannsgeselle erhielt 5,60 Mark am Tag.

Der Preis für eine Halbe Bier betrug vor 1914 etwa 11 Pfennige, um 1930 24 Pf., um 1950 45 Pf., um 1960 60 Pf., um 1970 90 Pf. und um 1980 1,70 Mark in einer ländlichen Gastwirtschaft.

(Text im Münzkabinett des Stadtmuseums, Kurt Scheuerer, 1984)

1990 kostete die Halbe Bier in einer Gaststätte 2,50 bis 3 DM, ein Schoppen Wein 4 bis 6 DM. Ein Abendessen mit Bier kam auf ca. 12 bis 15 DM, wenn man sparsam war.

Kurt Scheuerer, Ingolstadt 1997

2000 konnte man etwa mit 4 bis 5 DM für das Halbliter-Getränk rechnen, das Essen mit Getränk lag bei ca. 20 DM. In den Gaststätten hat es sich zu dieser Zeit engebürgert, ein Getränk ohne Alkohol zur gleichen Menge und zum gleichen Preis wie eine Halbe Bier anzubieten.
Mit Einführung des Euro 2002 haben sich diese Preis-Zahlen halbiert, also 2,20 Euro für das Bier und ca. 10 Euro für ein einfaches Abendessen mit Bier.


Siehe auch:
  • Arbeitslöhne für Steinmetzen 1489
  • Besoldung von Maurern und Steinmetzen 1516
  • Preisvorschriften für Schreiner 1645

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