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Münzkabinett im Stadtmuseum
Römische Münzen

 

Republik

Kupfermünzen

Aus dem ursprünglich etruskischen Rohkupfer (aes rude, um 500 v. Chr.) entwickelte sich im 3. Jh. v.Chr. das Schwergeld (aes grave), dessen Einheit, der As, anfangs über 300g wog, aber ständig an Gewicht verlor.

Denare

Im 2. Jh. v.Chr. ersetzte der Silberdenar die Erzwährung fast vollständig.
Von etwa 210 bis etwa 130 v.Chr. galt 1 Denar = 10 Asse; im Münzbild: X.
Ab etwa 130 v.Chr. galt 1 Denar = 16 Asse; im Münzbild: XVI oder *
Die frühen Denare zeigten auf der Vorderseite den Kopf der Roma, auf der Rückseite die Dioskuren, später eine Biga (Zweigespann) bzw. Quadriga.

Familiendenare

Nach 140 v.Chr. kam es zu vielerlei religiösen oder historischen Bildern, welche sich häufig auf die Familie des prägenden Beamten bezogen. Mehrfach wurden auch Siege über die Kelten dargestellt.
In seinem Todesjahr, 44 v.Chr., erhielt Caesar als erster Römer das Recht, sein eigenes Bild auf Münzen darstellen zu lassen.

Bürgerkrieg

Der Bürgerkrieg zwischen Marcus Antonius und Octavianus wurde durch die Seeschlacht von Actium (31 v.Chr.) entschieden:
Antonius und Cleopatra töteten sich im folgenden Jahr in Ägypten; dem Sieger Octavian verlieh der römische Senat 27 v.Chr. den Ehrennamen "Augustus" (der Erhabene, später Titel der römischen Kaiser).
Das Imperium Romanum umfasste nunmehr den gesamten Mittelmeerraum, es beherrschte den Erdkreis.

Kaiserzeit

Frühe Kaiserzeit (1. Jh. n.Chr.)

Die Münzreform des Augustus beinhaltete neben Gold und Silber auch wieder Münzen aus Kupfer:
1 Aureus (Gold) = 25 Denare (Silber)
1 Denar = 4 Sesterze (Messing, später Bronze)
1 Sesterz = 2 Dupondien (Messing)
1 Dupondius = 2 Asse (Kupfer)
In der Staatsform des Augustus, dem Prinzipat, war die Nachfolge nicht geklärt. Dies führte nach dem Tode des Nero zu Kämpfen, die es dem Heerführer Vespasian ermöglichten, den Thron zu besteigen.

Adoptivkaiser

Nach der Ermordung des Domitian bestimmte der Senat den alten Senator Nerva zum Kaiser, welcher ein Jahr später den Feldherrn Traianus adoptierte und ihn somit zu seinem Nachfolger bestimmte. Dieses Verfahren setzte sich bis zu Marc Aurel fort.
Unter Traian gelangte das Römische Reich zu seiner größten Ausdehnung.

Soldatenkaiser

Rom mußte sich gegen die Perser im Osten und die Germanen im Norden behaupten; das Heer wurde zur bestimmenden Macht im Reich; die meisten der folgenden Kaiser wurden von den Soldaten ausgerufen.
Durch die Soldzahlungen in den Bürgerkriegen nach der Ermordung des Commodus erhöhte sich der Umlauf der Silbermünzen, gleichzeitig sank ihr Feingehalt um ein Drittel.
Caracalla führte den doppelten Denar (Antoninian) ein.

Münzverschlechterung - Münzreform

Durch die ständigen Kriege um die Vorherrschaft im Reich verringerte sich der Feingehalt der Münzen (dies besonders unter Gallienus: von 40% im Jahr 240 auf 4 bis 6% im Jahr 260).
Das Kupfer an der Münzoberfläche wurde durch Kochen in Salzlösung herausgelöst, so daß die Münzen anfangs einen dünnen Silberüberzug aufwiesen, welcher jedoch nach kurzer Zeit abgegriffen war.
Diocletian schuf die Herrschaftsform des Dominats und teilte mit Maximianus das Reich zur besseren Verteidigung in Ost und West.
Seine Münzreform, Schaffung des Follis ab 293, führte nur zu einer kurzfristigen Besserung des Münzwesens.

Späte Kaiserzeit

Auch weitere Münzreformen konnten die Verschlechterung der Prägungen nicht mehr aufhalten. Im 4. Jh. gab es fast nur noch Kupfermünzen.
Die Ausbeute der antiken Bergwerke hatte den übergroßen Bedarf an Edelmetall nicht mehr befriedigen können. Gold und Silber standen für die Münzprägung kaum noch zur Verfügung. Zum einen war es in Tempeln und Palästen verbaut, zum anderen als Bezahlung des Luxusimports aus dem fernen Orient nach Persien und Indien abgewandert.
479 setzte Odoaker den letzten weströmischen Kaiser Romulus Augustus ab.

Byzanz

Das oströmische, byzantinische Reich bestand bis ins 15. Jahrhundert.
Anastasius I. reformierte 498 das Kupfergeld, der goldene Solidus wurde beibehalten.
Die neuen Kupfermünzen erhielten auf der Rückseite einen Buchstaben als Wertbezeichnung:
M = 40, K = 20, I = 10 und V = E = 5 numia.
Diese Buchstaben wurden ab dem 9.Jh. durch eine Schrift oder durch das Christusbild ersetzt.
Ab dem 11.Jahrhundert wurden die Goldmünzen schüsselförmig ausgeprägt (Skyphaten); zunehmend wurde später Silber und Kupfer zulegiert.

Frühes Mittelalter

Mit dem Abzug der Römer Ende des 5. Jahrhunderts nach Christus endete in Raetien der Münzengebrauch, es herrschten wieder Naturalwirtschaft und Tauschhandel.
Vereinzelt treten byzantinische und langobardische Münzen als Grabbeigaben in amulettartiger Verwendung auf.
Unter den Karolingern bildete sich im 8. und 9. Jahrhundert die neue Form des Silberdenars aus, welche in der Folgezeit in Frankreich, Deutschland und Italien geprägt wurde und von dort auf die Münzen der Kreuzfahrerstaaten überging.


Siehe auch:


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