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Die zeitliche Einbettung
der Bronzezeit in Süddeutschland

 
Um etwa 9000 v.Chr. erwärmte sich das Klima und die eiszeitlichen Steppen wichen dem Wald.
Die Menschen ernährten sich weiterhin durch die Jagd und das Sammeln pflanzlicher Nahrung.
Im vorderen Orient entwickelten sich Viehhaltung und Ackerbau.
Im Verlauf des 6. Jahrtausends v.Chr. hielt diese Lebensweise auch in Mitteleuropa Einzug.

Um 4000 v.Chr. wurde in Süddeutschland bereits Kupfer verarbeitet.
Vor der Mitte des 3. Jts breitete sich die Schnurkeramische Kultur von Mitteldeutschland her aus, aus welcher vereinzelt Messer aus Kupfer in Gräbern gefunden wurden. Die Ernährung beruhte mehr auf Viehhaltung, weshalb nun auch ärmere Böden besiedelt werden konnten. Das Pferd wurde zum Transport eingesetzt.
Gegen Mitte des 3. Jts kamen West- und Mitteleuropa unter den Einfluß der Glockenbecherkultur. Männergräber zeigten Pfeil und Bogen sowie getriebene Kupferdolche. Das Pferd wurde wahrscheinlich als Reittier benutzt.

Um 2200 v.Chr. bildeten sich die frühbronzezeitlichen Kulturen aus, ab etwa 2000 hatte sich der Bronzeguss eingebürgert.
Im 16. Jh. wandelte sich die bisherige Sitte der Bestattung in Flachgräbern zur Errichtung der mittelbronzezeitlichen Hügelgräber. Frauen trugen Bronzenadeln und Schmuck, Männer Dolche, Beile und Nadeln.
Aus der Frühbronzezeit finden sich Roh- und Fertigwarendepots, aus der Mittelbronzezeit Gewässerdeponierungen von Schwertern. (s.a.: Hortfunde)
Brandopferplätze und Schachthöhlenopfer entstanden in der mittleren Bronzezeit.

Um ca. 1300 v.Chr. wandelten sich in ganz Mitteleuropa die Anschauungen.
Die Toten wurden verbrannt und in Urnenfriedhöfen beigesetzt, daher die heutige Bezeichnung Urnenfelderkultur.
Das Handwerk spezialisierte sich und es bildete sich ein lokaler Kriegeradel heraus, der in zahlreichen Höhensiedlungen wohl auch den weitreichenden Handel kontrollierte.
Pfeil und Bogen, Lanze und Schwert waren nun die Hauptwaffen, das Pferd war Statussymbol.
Im 9. Jh. tauchten erstmals kleine blaue Glasperlen auf, vereinzelt wurden Bronzeobjekte mit Eiseneinlagen verziert.

Um 800 verbreitete sich schnell die Kenntnis der Eisenverarbeitung.
Es entstanden die befestigten hallstattzeitlichen Herrensitze. Gastmahl, Wagen und Körperbestattung im Großhügel wurden zum Kennzeichen der Oberschicht.

Gegen 400 v.Chr. setzten sich kleine Flachgräberfriedhöfe durch. Im 2. Jh. entstanden die latènezeitlichen Oppida, stadtähnliche Großsiedlungen mit ausgeprägtem Handwerk und Kriegeradel.

Die römischen Eroberungen setzten dem ein Ende.


Kurt Scheuerer, 1998

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