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David Herele aus Landsberg. Zum 400. Geburtstag
von Gerd Treffer

Historische Blätter Ingolstadt - Jahrgang 16 - Ausgabe Nr.206 vom 01.01.2026

David Herele wird während der Anfangsjahre des Dreißigjährigen Krieges (am 1. Dezember 1625) geboren, hatte also im jüngst abgelaufenen Jahr seinen 400. Geburtstag.
Er kommt aus Landsberg. Entstammt einer dort einflussreichen Familie, die im 17. Jahrhundert mehrfach Ratsmitglieder und Kirchenvorstände stellte. Davids Vater Sebastian ist Mitglied des Inneren Rates, Bürgermeister und Kirchenpfleger in Landsberg.

Überdies ist Landsberg ein wichtiger Ort in der jesuitischen Topographie. Während sich die politische Schaltstelle des Ordens in München befindet, wo am Hof des 1623 vom Herzog zum Kurfürsten gewandelten Landesherrn die strategischen und militärischen Entscheidungen fallen, zu denen der Fürst – das glauben die Oberen des Ordens felsenfest – dringend der geistlichen Beratung und des Rückhalts durch die Jesuiten bedarf, während sie ihre gelehrigen Schüler nach Ingolstadt schicken, wo das geistige Zentrum des Landes in den Räumlichkeiten der Landesuniversität beheimatet ist (und die Stadt auch bald in der Landesverteidigung eine wichtige Rolle im Widerstand gegen den schwedischen König Gustav Adolf, den „Löwen aus Mitternacht“, spielen wird, der sich bemüßigt fühlte, auf Seiten der Protestanten in den langen Krieg einzugreifen), ist Landsberg der Ort, an dem die Jesuiten ihr Noviziat errichtet haben, dem niemand aus der weiten Provinz deutscher Zunge entkommt, der sich zum Eintritt in die Gesellschaft Jesu berufen fühlt.

Der Anziehungskraft dieser Orte zu Folge besucht der Sohn des Landsberger Notablen als Seminarist das Münchner Jesuitengymnasium – eine Eliteschule. Wer sie wie David Herele, im Sommer 1643 erfolgreich abgeschlossen hat, dem steht für eine entsprechende Karriere nichts im Wege (es sei denn, er besorgt das selbst). Am 2. Mai 1644 tritt er in die Gesellschaft Jesu ein. Für knapp eineinhalb Jahre kehrt er dann an seinen Geburtsort zurück.

1645 ist er erneut in Ingolstadt und nimmt an der Universität das Studium auf, beginnt die Ochsentour durch die akademische Welt in der philosophische Fakultät. Im September des folgenden Jahres erhält er vom Bischof von Eichstätt in Ingolstadt die niederen Weihen. Zwei Jahre darauf schließt er den dreijährigen philosophischen Kurs ab und wird zur Ableistung des Magisteriums nach Augsburg geschickt, wo er wohl am Gymnasium unterrichtet. 1652, nach Ingolstadt zurückgekommen, beginnt er das Studium der Theologie, das sich bis 1656 hinzieht und in dessen letzten Monaten ihm die höheren Weihen in Eichstätt zu Teil werden. 1657/1658 folgt das Terziat.

Ansonsten wirkt Herele als Lehrer an ordensbetreuten Bildungseinrichtungen – zunächst am Gymnasium in Ingolstadt, wo er Rhetorik unterrichtet, dann 1658 bis1661 in Freiburg, wo er Vorlesungen in Logik und Physik hält. Danach ist er Professor in Konstanz. Dann kehrt er (vorübergehend) 1664 nach Ingolstadt zurück und unterweist seine Hörer in Ethik. Seine bisherige Lehrtätigkeit findet im Rahmen der jeweiligen philosophischen Lehrfächer statt. Es wird Zeit, dass er seinen theologischen Abschluss zu Geltung bringt. Im Oktober 1666 übersiedelt er nach Luzern und unterrichtet nun scholastische Theologie. Zugleich ist er Beichtvater der Ursulinen. 1668 verlässt er Luzern in Richtung Rottenburg. Damit – so notiert es Michael Schaich im Biographischen Lexikon der Ludwig-Maximilians-Universität – verliere sich seine Spur. Nach Ordensquellen soll er noch Dogmatik und Moraltheologie unterrichtet haben.

Herele stirbt am 3. Mai 1681 in Augsburg.