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Die Anfänge der Juristischen Fakultät der Universität Ingolstadt. (3. Fortsetzung) - der zweite Kanonist und Vizekanzler Karl Fromont
von Gerd Treffer

Historische Blätter Ingolstadt - Jahrgang 15 - Ausgabe Nr.203 vom 15.12.2025

Zu den Gründungspersönlichkeiten der juristischen Fakultät gehört Karl Fromont, der die Stelle des zweiten Kanonisten bekleidete und noch im Gründungsjahr vom Magnus Cancelarius der Universität, Bischof Wilhelm von Reichenau zum Vizekanzler berufen wurde. „Offensichtlich, schreibt Helmut Wolff, hat Fromont , der der seit März 1472 sicher in Ingolstadt weilte, seinen Teil bei der Fakultätsgründung beigetragen, doch schweigen hier die Quellen ebenso wie über seinen Studiengang und bisherigen Lebensweg“.

Ingrid Baumgärtner stellt (im Biographischen Lexikon der Ludwig-Maximilians-Universität) fest, dass er sich in der Ingolstädter Matrikel (Eintrag vom 22. März 1472) als „Parisien“ bezeichne, was angeblich sein Geburtsort sein soll, wahrscheinlicher aber scheint ihr ein Studium in Paris. Fromonts juristischer Grad ist in der Matrikel unterschiedlich bezeichnet als Dr. legum, Dr. iurium, Dr. utriusque juris. Unklar bleibt, wie er in dieser wichtigen Gründungsphase das Amt des Vizekanzlers ausfüllte. Von seiner Lehrtätigkeit (Lectura novorum iurium pontificalium I.) ist nur überliefert, daß ihm „nachmittags zu lesen die neuen geistlichen Rechte aufgetragen“ war.

Fromonts Lektur wurde später ausnahmslos vom Theologen wahrgenommen. Die Berufung gehört wohl zu den provisorischen Lösungen des Anfangs (Wolff). Sein parteiisches Verhalten im Wegestreit führte 1476 zu einer Beschwerde von fast 50 Bakkalaren der via moderna der Artistenfakultät und – auf Betreiben des Herzogs – zu einer bischöflichen Ermahnung. Über die Lehre hinaus verpflichtete sich Fromont als Rat im benachbarten Pfalz Neuburg. Er starb am 5. November 1476 in Ingolstadt.

Bildunterschrift:
Das älteste erhaltene Statutenbuch der Universität (1522)

(Fortsetzung folgt…)