Die Anfänge der Juristischen Fakultät der Universität Ingolstadt (4. Fortsetzung)
von Gerd Treffer
Historische Blätter Ingolstadt - Jahrgang 16 - Ausgabe Nr.208 vom 15.01.2026
Johannes Terdinger – der erste Zivilrechtler
Terdinger war der erste Zivilrechtler der Anfangszeit, in den Kammerakten als ordinarius iuris civilis genannt. Er stammt aus Wertheim, studierte ab 1457 in Erfurt, besaß ab 1468 ein Kanonikat beim Stift Haug in Würzburg und ist für 1470 als Chorherr bei St. Stephan in Würzburg genannt. Er war schon im März 1472 in Ingolstadt; sein Matrikeleintrag datiert vom 22. März 1472.
Seine Ingolstädter Tätigkeit nahm er als „dr. utr. iur“ auf – wobei unbekannt bleibt, wo er diesen Grad erworben hat. Nach den Soldzahlungen des Kammerers blieb Tredinger nur bis Mitte 1473. Sein Gebiet war die lectura codicis. „Die älteste erhaltene Ingolstädter Kollegnachschrift betrifft eine Institutionenvorlesung von Terdinger; die auf das Jahr 1476 datierte Handschrift stammt jedoch aus einer Zeit, in der Terdinger sicher nicht mehr in Ingolstadt war (Ingrid Baumgärtner, siehe Bayerische Staatsbibliothek München, Handschriftenabteilung, clm 19861).
(Fortsetzung folgt)
