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Ein Benediktiner als Professor zu Ingolstadt - Amandus Lieschmann
von Gerd Treffer

Historische Blätter Ingolstadt - Jahrgang 15 - Ausgabe Nr.166 vom 01.02.2025

Im November 1752 in Neunburg vorm Wald geboren - einem Ort an der Schwarzach, nahe Schwandorf in der Oberpfalz – legt Amandus Lieschmann im November 1772 in der Abtei Prüfening seine Profess ab. Das Kloster ist eine Niederlassung der Benediktiner am westlichen Stadtrand von Regensburg, 1109 von Bischof Otto I. gegründet und mit einer bereits im 12. Jahrhundert berühmten Bibliothek ausgestattet. Von dort aus wurden die Klöster Banz und Münchsmünster besiedelt…1777 wird Lieschmann zum Priester geweiht.

Zwanzig Jahre später taucht er in Ingolstadt auf. Im Wintersemester 1796/97 wird er (zugleich) zum Doktor der Theologie promoviert und übernimmt an der Philosophischen Fakultät den Lehrstuhl für Ästhetik von seinem Ordensbruder Marian Mareis (1756 im Haag geboren und 1805 vermutlich auch dort verstorben). Mareis hatte 1794 in Folge der Übertragung der Professuren der philosophischen und theologischen Fakultät an den Benediktinerorden den Augustiner-Chorherren Dietram Mauser abgelöst. 1796 nun verlässt Mareis die Universität und kehrt in sein Kloster Attel zurück, wo er von 1801 bis 1803 als Prior wirkt.

Von Lieschmann, nun Ästhetik-Professor in Ingolstadt, sind „keinerlei wissenschaftlichen Aktivitäten“ bekannt (Winfried Müller, Biographisches Lexikon der Ludwig-Maximilians-Universität). Er fällt den „den Beginn der Ära Montgelas markierenden personellen Umstrukturierungen der Universität zum Opfer“ (ebenda). Auch er kehrt in sein Kloster zurück. Nach der Säkularisation ist er zunächst in Painten in der Seelsorge tätig und lebte anschließend als Ruheständler in Regensburg.