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Ein getaktetes Lehrer-Leben: Franz Borgias Fischer
von Gerd Treffer

Historische Blätter Ingolstadt - Jahrgang 15 - Ausgabe Nr.204 vom 16.12.2025

Franz Borgias Fischer kommt am 10. Oktober 1721 in Mindelheim zur Welt.

Am 14. Oktober 1738 wird er , wahrscheinlich nachdem er das erste Jahr am Gymnasium des Ingolstädter Jesuitenkollegs hinter sich gebracht hat, Mitglied der Gesellschaft Jesu. So verbringt er auch die nächsten Jahre in der Stadt. 1740 bis 1743 ist er laut Romstöck „studiosus physicae“, mit anderen Worten: er absolviert an der Universität das dreijährige Philosophiestudium. 1743 unterrichtet er am Münchner Gymnasium die Humaniora. 1747 kehrt er nach Ingolstadt zurück, um einer der höheren Fakultäten den Doktor zu machen - bei ihm ist das naturgemäß das Fach Theologie, was bis 1751 dauert. Nach der Priesterweihe hält er sich 1751 bis 1752 zur Ableistung seines dritten Probejahres in der Jesuitenresidenz Ebersberg auf. Anschließend doziert er erneut am Münchner Gymnasium, 1755 bis 1756 in Dillingen. Nach Ablegung der feierlichen Gelübde im Februar 1756 übernimmt er in Ingolstadt den dreijährigen philosophischen Kurs. Als Professor der Theologie unterrichtet er 1759 bis 1761 in Freiburg Moraltheologie und wechselt dann – immer noch in Freiburg – zur scholastischen Theologie, die er auch in Dillingen 1763 bis 1765 vorträgt.

1766 bis 1770 ist er Direktor der Kongregation und Exercitien-Meister in Innsbruck. Die von Romstöck im Menologium und von Fritz Krafft im Biographischen Lexikon der Ludwig-Maximilians-Universität verzeichneten Druckwerke Fischers fallen alle in den Zeitraum von 1761 bis 1770 mit einem Schwerpunkt in den Jahren 1767 bis 1770, als jährliche ein Buch von ihm erscheint, darunter eine seiner in Innsbruck gehaltenen Meditationen.

1770 kommt er wieder nach Ingolstadt. 1771 und 1772 ist er Socius des bayerischen Provinzials und von 1772 bis zu Auflösung des Ordens 1773 Rektor in München. Addierte man auf, sieht man, dass Franz Borgias Fischer immerhin 15 seiner Jahre in Ingolstadt zugebracht hat.

In den biobibliographischen Studien des Franz Sales Romstöck taucht Franz Borgias Fischer auf, allerdings sind seine Todesdaten dort durch Auslassungszeichen markiert. Das biographische Lexikon der Universität aus jüngerer Zeit legt sich zwar auf den Todesort ( Illertissen) fest, nennt als Todeszeitpunkt den 3. März 1782, lässt aber auch 1804 als möglich erscheinen.