Ignaz Rhomberg S.J. - Von hohen Ordensämtern
von Gerd Treffer
Historische Blätter Ingolstadt - Jahrgang 15 - Ausgabe Nr.174 vom 15.04.2025
I
Ignaz Rhomberg, im Dezember 1708 in Opfenbach im Allgäu zur Welt gekommen, durchläuft eine beachtliche Karriere und nimmt mit großer Tatkraft hohe Ämter im Jesuitenorden wahr. (Zum Lebenslauf siehe: Christoph Schöner im Biographischen Lexikon der Ludwig-Maximilians-Universität).
1750 bis 1756 ist er Rektor des Jesuitenkollegs von Landsberg, dem Ort, den jeder aufzusuchen hat, der in die Societas Jesu aufgenommen werden will, da sich dort das Noviziat für den ganzen Süden des Heiligen Römischen Reiches befindet. Rhomberg betreut qua Amt dieses Noviziat der oberdeutschen Ordensprovinz und das Missionsseminar – nicht wenige bedeutende Männer der legendären Chinamission des Ordens (Kaspar Castner, Ignaz Kögler, Anton Gogeisl - hochrangige Mandarine, Direktoren der kaiserlichen Sternwarte zu Peking -- entstammen dieser Missionsschule, wie auch viele andere, die in der südamerikanischen Mission wirkten.
1756 wird Rhomberg zum Socius des Ordensprovinzials berufen. 1762 ist er selbst Provinzial der Germania Superior, 1765 bis 1767 dann Direktor des Jesuitenkollegs in Ingolstadt, eine Stellung an der Spitze dieser noch zu Lebzeiten des Ignatius von Loyola gegründeten Niederlassung, die 200 Jahre lang die „Pflanzschule des Ordens für ganz Deutschland war. Die Hohe Schule in Ingolstadt stellte die bestverfügbaren Lehrer, um die Landesherrn in ihrer Beständigkeit zur katholischen Lehre zu erziehen - den bayerischen Erbprinzen und späteren Herzog, dann Kurfürsten Maximilian, den Habsburger Erzherzog und späteren Kaiser Ferdinand II., die beide in Ingolstadt ihre katholische Grundprägung erfuhren und den dreißigjährigen Krieg durchfochten.
Dies alles ist nun längst Geschichte, aber das Renommé Ingolstadt als katholische Hochburg ist beständig und wirksam. Ein Mann wie Rhomberg nutzt diese weitere Zeit in Ingolstadt für Impulse, die er der Universitär mit dem Ziel ihrer Zukunftssicherung zu geben vermag.
Zwei Jahre später kehrt Rhomberg (am 6. Januar 1767) in das Amt des Ordensprovinzials für eine knapp zwei Jahre dauernde zweite Amtszeit zurück (bis zum 3. November 1768). Die Daten sind präzis – Rhomberg hat künftig über-regionale Bedeutung: Er wird an die römische Ordenskurie berufen und ist 1768 bis 1773 in Rom als Assistens Germaniae tätig.
Als dann der Jesuitenorden aufgehoben wird, findet sich Rhomberg 1773 bis 1775 gemeinsam mit Ordensgeneral Lorenzo Ricci in der Engelsburg inhaftiert.
II
Der Ordenslaufbahn vorausgegangen war ein Studium an der philosophischen Fakultät der Universität Freiburg im Breisgau 1725 und der Eintritt ins Landsberger Noviziat. Philosophie und Theologie hatte Rhomberg in Ingolstadt studiert. Im Mai 1738 war er in Eichstätt zum Priester geweiht worden. Nach dem Terziat war er 1740 bis 1742 Professor für Philosophie und Studienpräfekt am Kolleg in Luzern gewesen.
Ab 1742 ist er dann Professor für Physik der philosophischen Fakultät der Universität Ingolstadt. 1743 legt er in Ingolstadt die Ordensprofess ab. Bis 1745 unterrichtet er an der Bayerischen Landesuniversität, gehört dann 1746 bis 1748 als Dogmatik-Professor der Theologischen Fakultät in Breisgau an und ist dort zugleich Dekan, ehe er 1749 an der Universität Innsbruck scholastische Theologie liest. Mit 1750 beginnt seine oben beschriebene Tätigkeit in den höheren Ordenschargen. Dazu gehört das Amt des Rektors des Ingolstädter Jesuitenkollegs (1765 bis 1767, zwischen den zwei Amtsperioden als Provinzial), auf das hier auf Grund eines lokalen Aspektes zurückgekommen wird: Rhomberg lässt nämlich in dieser Eigenschaft in Ingolstadt „eine Sternwarte mit Instrumenten des renommierten Augsburger Instrumentenbauers Georg Friedrich Brandner errichten, die den mathematisch-astronomischen Studien an der Universität wichtige Impulse gab“ (Christoph Schöner).
III
Rhombergs beachtliche Ordenskarriere findet ihr Ende im römischen Kerker.
Nach der Haftentlassung aus der Engelsburg 1775 lebt er zurückgezogen in Rom. Er stirbt dort im Januar 1795.
