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Ignaz Zanner. Ein Eichstätter in Ingolstadt
von Gerd Treffer

Historische Blätter Ingolstadt - Jahrgang 16 - Ausgabe Nr.216 vom 15.03.2026

Zanner ist ein Kind der Region, vor 300 Jahren (am 30. Juli 1725) in Eichstätt geboren. Da er 16jährig der Gesellschaft Jesu beitritt, muss er nach Landsberg ins Noviziat. Dann kehrt er umgehend in die Region zurück. 1744 bis 1747 studiert er in Ingolstadt Philosophie, absolviert sozusagen den akademischen Grundkurs und 1751 bis 1755 das theologische Studium. Zwischen den beiden hat er seine Lehrpflicht abgeleistet und als fertiger Magister in München unterrichtet. Als ausgebildeten Theologe schickt man ihn dann (1755/1756) nach Konstanz, (1757/1758) nach Innsbruck – beide Male als Professor für Grammatik – 1758/1759 nach Amberg - für Philosophie, ehe er 1759 bis 1773 als Professor für Mathematik und Physik in Freiburg im Breisgau eingesetzt wird.

Diese Dauerstellung wird unterbrochen: 1764/1765 kommt Zanner als Professor für Heilige Schrift und Mathematik nach Ingolstadt zurück. Die Kurzfristigkeit des Ingolstädter Einsatzes lässt eine Überbrückungsfunktion vermuten, die mit der Berufungspraxis der Jesuiten in der theologischen Domäne begründet sein könnte.

An die Freiburger Universität zurückgekehrt, die für den Eichstätter zur akademischen Heimat geworden ist, bleibt Zanner zunächst einmal bis zur Aufhebung des Jesuitenordens im Amt , kann aber auch danach seine Position als Mathematik- und Physikprofessor als „Ex-Jesuit“ beibehalten. 1779 ist er dann Rektor der Universität. Insgesamt steht er acht Mal der Theologischen Fakultät als Dekan vor.

1792 zieht sich Zanner in den Ruhestand zurück. 67 Jahre ist er alt, als er sich vom akademischen Betrieb verabschiedet. Seit 32 Jahren ist er Jesuit , während 37 Jahren hat er unterrichtet. Mit 76 Jahren stirbt er im August 1801 in Freiburg. Unbekannt wird bleiben, was er von der Verlegung der Universität von Ingolstadt nach Landshut hielt, die ja – so die Aufklärer – zu Ingolstadt nicht verbleiben konnte, da sie dort von einem Rückfall in die Hände der finsteren Feinde des aufklärerischen Lichtes, der Jesuiten, nicht gefeit sei.

Manche der Ex-Jesuiten der Ingolstädter Professorenschaft gingen in die Frontalopposition zur „Aufklärung“, die sich die Denkherrschaft über das Kultur- und Geistesleben im Staate Bayern errungen hatte, so etwa Lorenz Veith (zu dem eine Darstellung in den Historischen Blättern bevorsteht). Andere zogen den „ intellektuellen Kampf der Ideen“ vor. Es war die erfolgreichere Strategie. Und Zanner bewies es.