Interdisziplinäre Fallberatung (IFB)
Die KoKis in Bayern haben durch ihre Förderrichtlinien den ministeriellen Auftrag, Netzwerkarbeit zu betreiben. Ebenso unterstreicht das Bundeskinderschutzgesetz die Etablierung verbindlicher Netzwerkstrukturen sowie die Koordinierung entsprechender Verfahren im Kinderschutz (vgl. § 3 Abs. 1 KKG).
Neben disziplinübergreifenden Kooperationstreffen, Arbeitskreisen und anderen Veranstaltungen mit Workshopcharakter stellt die sog. Interdisziplinäre Fallberatung (IFB) ein Format gelebter Netzwerkarbeit in Ingolstadt dar.
interdisziplinärer Teilnehmerkreis:
Die IFB lebt von der Vielfalt an Berufsgruppen, die mit (werdenden) Eltern und Familien mit Kindern im Alter von 0 -3 Jahren befasst sind.
Zum Teilnehmerkreis zählen insbesondere…
- Schwangerenberatungsstellen
- Hebammen und Entbindungspfleger
- Gesundheitsorientierte Familienbegleitung (GFB)
- Fachärzte und Fachpersonal aus Kliniken (medizinische und therapeutische Berufe wie auch Klinischer Sozialdienst)
- niedergelassene Kinderärzte und Gynäkologen
- niedergelassene Psychiater und Psychotherapeuten
- Beratungsstellen, v.a. Fachkräfte aus der Ehe-, Familien-, Erziehungsberatung, Suchtberatung- und Migrationsberatung
- Vertreter aus Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege
- Koordinatoren von Ehrenamtsnetzwerken
Für die Gewährleistung einer vertrauensvollen Fachdiskussion und Fallbearbeitung ist ein beständiger Teilnehmerkreis mit maximal 20 Experten (Leitungskräfte oder Fachkräfte) festgesetzt.
Beabsichtigt ist die intensive Auseinandersetzung mit pseudonymisierten Fallvignetten aus der pädagogischen, medizinischen oder therapeutischen Praxis. Experten unterschiedlicher Professionen sind aufgefordert, ihr Fachwissen zum Fallverlauf vorzubringen, um dem Falleingeber im Netzwerk beratend zur Seite zu stehen. Gleichzeitig wird den aktiv Mitwirkenden die Möglichkeit eröffnet, Hilfs- und Beratungsangebote des eigenen Arbeitsfeldes einzubringen.
Ziele der interdisziplinären Fallberatung:
- Qualitätsentwicklung in den Frühen Hilfen
- Schaffung verbindlicher Kooperationsstrukturen
- Information über Angebote einzelner Systeme und Arbeitsfelder
- Kennenlernen von Aufgaben und Grenzen teilnehmender Fachkräfte (Schnittstellenmanagement)
- Handlungssicherheit im (präventiven) Kinderschutz
- Weiterentwicklung Früher Hilfen
Die IFB findet 3-4x im Kalenderjahr statt.
