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Jean Mocquet
von Gerd Treffer

Historische Blätter Ingolstadt - Jahrgang 15 - Ausgabe Nr.199 vom 15.11.2025

„Großen Ansehens erfreute sich wegen Tugend und Wissenschaft P. Johann Moquet, ein Lothringer...“ heißt es im Menologium („Lebensbilder aus der Geschichte der deutsche Ordensprovinz der Gesellschaft Jesu“), das Heinrich Thoelen zusammengestellt und 1901 zu Roermond veröffentlicht hat.
Mit 21 Jahren, als er bereits Magister und Lizentiat der Theologie war, trat er im Oktober 1595 in das Noviziat der Gesellschaft Jesu in Landsberg ein. (Geboren war er 1574 in Pont-à-Mousson.) Das Terziat machte er in Rom.
Nach dem Noviziat, den üblichen Studien und dem Magisterium lehrte er ab 1601 in Dillingen Philosophie und las dort (ab 1609) scholastische Theologie.

1613 wechselte er an die Universität Ingolstadt, wobei er das Lehrfach beibehielt und zeitweise der theologischen Fakultät als Dekan vorstand.

Sowohl in Dillingen als auch in Ingolstadt waren Mocquets Aufenthalte von einer für einen Jesuiten ungewöhnlich langen Zeitspanne: der erste Dillinger Lehrauftrag (1601 bis 1613) währte 12 Jahre; die Ingolstädter Professur umfaßt (1613 bis 1622) neun Jahre.

Mit recht, so Thoelen, galt er „als ein Mann von außerordentlicher Geistesschärfe und ungewöhnlichem Gedächtnis“; außer seiner Muttersprache Französisch, beherrschte er „Deutsch, Italienisch und Spanisch gleich geläufig. Ausgezeichnet war er im Lateinischen, Griechischen und Hebräischen...“

Thoelen bestätigt ihm ein umfassendes Wissen der Botanik. Darin habe er „solche Kenntnisse (besessen), dass man hätte glauben mögen, er habe sein ganzes Leben nur auf dieses Studium verwendet“.
Von Ingolstadt ging er 1622 zurück nach Dillingen – zum Rektor der dortigen Universität bestellt, ein Amt, das er 1625 mit dem Rektorat in Innsbruck, der letzten Station seines Lebens tauschte.

„Wegen seiner großen Kenntnisse“ wandte man sich während der Zeit seiner zwei Rektorate, von allen Seiten an ihn, steht im Menologium: „Obgleich er sogar von Fürsten und Großen zu Rate gezogen wurde, blieb er gleichwohl zugänglich und dienstfertig gegenüber jedermann...“

Thoelens Menologium zu Folge starb er, nachdem er unermüdlich bis zu seinem Ende tätig war „reich an Verdiensten zu Innsbruck in einem Alter von 67 Jahren“.

Im Biographischen Lexikon der Ludwig-Maximilians-Universität halten Faußner und Larsson-Folger fest:

„Mocquet war ein fruchtbarer theologischer Schriftsteller, der eine Reihe von moraltheologischen, spekulativen und polemischen Disputationen hinterließ...“
Ihnen zu folge „fand vor allem der ‚Methodus Gonteriana‘ großen Beachtung“.

Nun war dieses Werk „Methodus Gonteriana, sive modus et ratio cum haereticis ex solo Dei verbo disputandi“, 1618 in Ingolstadt erschienen.

Es heißt: „In Anlehnung an seinen Ordensbruder und Landsmann Jean Gontery versuchte Mocquet eine kontroverstheologische Methode weiterzuentwickeln, die „ex solo verbi disputandi“ auf primär quellenorientierter Exegese basierte.
Mocquet ist ein Zeitgenosse des Christoph Steborius (der „Schwedengeisel“).
Beide sind im selben Jahr geboren.

Steborius (siehe Historische Blätter Nr. 128 /2023) war 1607-1614 Ingolstädter Professor, Mocquet dort 1613 bis 1622. Ihre Professuren überschnitten sich mithin um zunächst ein Jahr. Steborius kehrte 1618 bis 1621 nach Ingolstadt zurück, wo Mocquet noch bis 1622 eine Professur hatte – sie waren mithin – rund drei Jahre Ingolstädter Professorenkollegen.

Mocquet ging 1622 (bis 1625) als Rektor nach Dillingen, Steborius folgte 1624 (bis 1628) ihm dort als Professor nach.

Kein Zweifel: man kannte sich, lebte miteinander, trennte sich, traf sich wieder.
Mocquet starb im Januar 1642 in Innsbruck.