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Landsknecht-Obrist mit Ingolstädter Universitätsabschluss.
Der große Söldnerführer Georg Frundsberg schickt seinen Sohn Caspar zum Studium an die Universität Ingolstadt.
Von Gerd Treffer

Historische Blätter Ingolstadt - Jahrgang 16 - Ausgabe Nr.235 vom 15.09.2026

Georg von Frundsberg (1473 – 1528) ist berühmt als Landsknecht-Führer und einer der frühesten „Kriegsunternehmer“ der beginnenden Neuzeit .Der Name des Söldnerchefs in kaiserlich-habsburgischen Diensten, der als einer der wichtigsten deutschen Infanterietaktiker gilt, ist eng mit den langwierigen Kriegen der Kaiser Maximilian I. und Karl V. um die Vorherrschaft in Oberitalien verbunden. Frundsberg ist unter anderem bekannt für seinen zum geflügelten Wort gewordenen Wahlspruch „Viel Feind‘, viel Ehr‘“.
Seinen erstgeborenen Sohn Caspar (1501 – 1536) schickte der Haudegen und Burgherr zu Mindelheim zum Studium an die Bayerische Landesuniversität Ingolstadt.

Diesen Sohn Caspar hatte noch dessen Onkel Adam (Georgs Bruder) in seiner Eigenschaft als Patronatsherr der Mindelheimer Pfarrei den Bewohnern des Ortes als künftigen Pfarrer von St. Stephan präsentiert. Obwohl erst 16jährig war Caspar da bereits Domherr in Augsburg und in Brixen. Sein Vater hatte mit ihm große Pläne und stellte sich vor, den jungen Mann in die Position eines hohen und mächtigen Geistlichen zu bringen. Die Familie ließ die Mindelheimer Pfarrstelle durch einen Stellvertreter versehen. Den Jüngling schickte man zum Studium nach Ingolstadt .

Als 1521 der Brixener Bischofssitz durch den Tod Christophs I. von Schrofenstein vakant geworden war, dachte Georg die Zeit gekommen, seinen Sohn zum Bischof zu machen. Mathäus Lang, Erzbischof von Salzburg, hingegen hatte andere Vorstellungen und favorisierte Sebastian Spreng als Kandidaten. Die Tiroler Landesbeamten, sozusagen das weltliche Pendant, wünschten sich Dr. Siegmund von Thun auf den Bischofsstuhl. Da schien der junge Domherr von Mindelheim, Sprössling eines weithin angesehenen Obristen, der im Vorjahr als Repräsentant des Hauses Habsburg die Erbhuldigung der vorderösterreichischen Stände für Karl V. entgegengenommen und den der Kaiser in diesem Jahr zum „Oberst Feldhauptmann der Grafschaft Tirol“ ernannt hatte, als ein vielversprechender Kompromiss für das Brixener Bischofsamt.
Gewählt wurde dann aber vom Domkapitel Sebastian Spreng, ein wahrer Aufsteiger, von einfacher bürgerlicher Herkunft, aus der Reichsstadt Dinkelsbühl stammend. Reinhard Baumnann, Verfasser einer umfangreichen Biographie Georg Frundsbergs, urteilt: „Georgs von Frundsberg großer Anlauf, eine der wesentlichen Schaltstellen der Macht in Tirol durch ein Familienmitglied zu besetzen, war gescheitert.“
Erloschen war damit auch das Interesse des Sohnes an einer mediokren kirchlichen Laufbahn. Im Amt eines Pfarrers von Sankt Stephan zu Mindelheim sah er keine seinem Ehrgeiz angemessene Lebensperspektive. (Die Stelle wurde dann seinem Vetter Hans, Sohn des früh,1497, verstorbenen Thomas Frundsberg, einem vorgeborenen Bruder Georgs, vergeben - und damit familiengerecht besetzt.)
Caspar selbst beschloss 1522, im Jahr nach dem Brixener Scheitern, endgültig, keinen geistlichen Beruf zu ergreifen, sondern in die Fußstapfen seines Vaters zu treten.

Der Geschichtsschreiber Adam Reißner vermerkt in seiner „Historia Herrn Georgen und Herrn Caspar Frundsberg“, dass Caspar am Italienfeldzug Karls V. gegen Papst Clemens teilgenommen habe. Auch sei er bei der Plünderung Roms am 5. Mai 1527, dem legendären Sacco di Roma, zu gegen gewesen. Auch bei der Belagerung von Pavia habe er eine bedeutende Rolle gespielt.

1528 ist ein Jahr , das die Familie Frundsberg umkrempelt. Am 12. August auf die heimische Mindelburg zurückgekehrt, stirbt Vater Georg dort am 20. August. Auch Caspar ist Mitte des Jahres dorthin heimgekommen. Er verwendet die ihm kriegsbedingt zustehenden Gelder dazu, die verschuldeten Güter und Finanzen Derer von Mindelheim soweit möglich zu sanieren.

Reißner hat Georg und Capar „oberste Hauptleute der deutschen Kaiser“ genannt, um ihre uneingeschränkte Treue zu den Habsburger Kaisern zu betonen.
Tatsächliche blieb Caspar auch in den Jahren nach 1528 dem Kaiser ergeben – beriet Karl nach 1532 bei der Aufstellung seiner Kräfte gegen die Türken. Als 1536 erneut ein Krieg gegen den großen französischen König Franz I. ausbricht , soll er erneut Landsknechtshaufen nach Italien führen, erkrankt jedoch während der Kriegsvorbereitungen und stirbt am 31. August 1536.