Lorenz Gerwig - 400 Jahre. Student und Lehrer aus Ingolstadt
von Gerd Treffer
Historische Blätter Ingolstadt - Jahrgang 16 - Ausgabe Nr.232 vom 01.08.2026
Lorenz Gerwig(g) stammt aus dem Allgäu, ist am 9. August 1626 in Rettenberg zur Welt gekommen, kann also heuer, zu seinem 400. Geburtstag geehrt werden.
Mit 17 Jahren trat er dem Jesuitenorden bei und kam nach dem Landsberger Noviziat 1645 nach Ingolstadt, um dort sein philosophisches Studium aufzunehmen, gefolgt von der Ausbildung zum Theologen.
Von 1666 an las er in Freiburg Kontroverstheologie und war drei Mal Dekan der Theologischen Fakultät. In diese Zeit fällt sein Vorsitz beim Rigorosum „ Quaestio theologica de peccatis“ mit A. Manz als Respondentem ( Freiburg, 1668). In den Folgejahren lehrt er scholastische Theologie in München, kurz nur Moraltheologie am Münchener Kolleg. Dann nimmt er eine Professur genau in dieser Sparte an der Universität Ingolstadt an und ist 1672 und 1678 zwei Mal Dekan der Theologen. Er hinterlässt eine Reihe von Traktaten, in denen er patristische und mittelalterliche Theologen als Gewährsleute seiner kontroverstheologischen Positionen heranzieht. 1678 erscheint in Augsburg die unter seinem Vorsitz gehaltene Dissertation „Duplex ad mentem SS. Augustini et Anselmi adversus demonstrans a priori dei esse. Altera adversus modernos sectarios“.
Gerwig, ein frommer Streiter der Zeit nach dem großen Glaubenskrieg, starb am 22. Dezember 1681 zu Landshut.
