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Neuerscheinung: Jean-Pierre Leleux; an-denken. L'Histoire d'un grand ami d'Ingolstadt

Historische Blätter Ingolstadt - Jahrgang 14 - Ausgabe Nr. 155 vom 24.09.2024 

Ein Buch des ehemaligen Bürgermeisters von Grasse und langjährigen Senators der Französischen Republik Jean-Pierre Leleux über seine Beziehung zu Ingolstadt, über seine politische Karriere, die Bedeutung von Städtepartnerschaften allgemein und das Grasse-Ingolstädter Modell einer Projektpartnerschaft zur Entwicklungshilfe in Afrika ist im Rahmen des „ Zeitzeugen-Projekts“ des Stadtarchivs Ingolstadt erschienen.

Jean-Pierre Leleux ist ein „großer Freund Ingolstadts“, und es war ihm wichtig, dies im französischen Titel des zweisprachigen Buches zu verankern, das jüngst in der Reihe „Ingolstädter Zeitzeuge-Portaits“ erschienen ist - als unmittelbarer Folgeband zu den Erinnerungen seines früheren Amtskollegen und langjährigen Freundes Peter Schnell .

Jean-Pierre Leleux (Jg. 1947) ist 17 Jahre alt, als er kurz nach der Unterzeichnung des Städtepartnerschaftsvertrages mit Grasse nach Ingolstadt kommt, die allererste Austauschmaßnahme der beiden Städte. 1983 wird der Ingenieur und Wirtschaftswissenschaftler erstmal in den Stadtrat von Grasse gewählt. 1995 wird er Bürgermeister der „ Welthauptstadt des Parfums“, ein Amt, das er bis 2014 ausfüllt. 2008 wird er zudem Senator Frankreichs und in dieser Funktion speziell mit den Themen Denkmalschutz, Kulturpolitik und neue Medien befasst. Nach 12 Jahren im Senat zieht sich Jean-Pierre Leleux aus der aktiven Politik zurück, „glücklich, wie er im Zeitzeugengespräch sagt, Mitglied des französischen Parlaments gewesen zu sein, seine Stadt Grasse als Bürgermeister geprägt zu haben und stolz auf die Entwicklung, die die Städtepartnerschaft Grasse-Ingolstadt erfahren hat. Leleux gilt als der Erfinder und Vordenker des „ Netzwerkes der Partnerstädte“ (Ingolstadt-Grasse-Oppeln-Carrara) und der Projektpartnerschaft mit der Gemeinde Legmoin in Burkina Faso, beides einzigartige und modellhafte Initiativen kommunaler Europa-Politik und europäischer kommunaler Entwicklungszusammenarbeit.

Stolz ist Jean-Pierre Leleux auf die vielen Freundschaften, die er in Ingolstadt gefunden hat, bei seinen zahlreichen Besuchen zu besonderen Anlässen, bei der Landesgartenschau 1992, bei den Partnerstadtjubiläen, bei allen miba-Auftakten, bei denen er unfehlbar anzutreffen war, bei Vernissagen von Kunstausstellungen in Ingolstadt wie in Grasse und vielen Empfängen, die er in der Villa Fragonard für Schüler und Jugendgruppen, für Seniorengemeinschaft und Sportlerteams aus Ingolstadt gab, die in Grasse auftauchten und die zu begrüßen er sich nicht nehmen ließ. Eine enge persönliche Verbundenheit entstand mit Peter Schnell. Zusammen waren sie die Zugpferde eines Kreises von verbündeten Partnerstädten um Grasse und Ingolstadt herum und für die Werte von Demokratie und Menschenwürde. Der Ingolstädter Stadtrat hat im Februar 2010 festgestellt , Jean-Pierre Leleux habe sich „um die Stadt Ingolstadt hervorragend verdient gemacht“ und ihm daher „in dankbarer Anerkennung die Goldene Bürgermedaille der Stadt Ingolstadt verliehen“.

Hinter dem Stadtrat, dem Bürgermeister von Grasse, dem Senator der Französischen Republik verbirgt sich eine außergewöhnliche Persönlichkeit , der abenteuersuchende Weltentdecker der Jugendzeit, der mit einem klapprigen Auto bis Indien und dann rund um ganz Südamerika fährt, der gelernte Ingenieur, der seine Militärpflicht im Entwicklungshilfedienst in Tunesien ableistet, der leidenschaftliche Wahlkämpfer und Kommunalpolitiker, der Liebhaber, Komponist und Sänger französischer Chansons, den man auch mit der Gitarre im Arm erlebt, den Kenner französischer Literatur, der viele Gedichte aus dem Kopf heraus vortragen kann und es sich zur Pflicht gemacht hat , jeden Tag eines davon für sich im Kopf vorzutragen. Ein Mann vor allem, der viele Begegnungen gesucht und mit interessanten Menschen gefunden hat. Bei manchen hat er Brillanz entdeckt, bei anderen in menschliche Abgründe gesehen, wie er im vorliegenden Band bekennt. Er hat viele spannende Erfahrungen gespeichert.

All dies ein Grund, seine Gedanken und Erinnerungen, seine Überlegungen und Erfahrungen im Rahmen des Zeitzeugenprojektes des Stadtarchivs Ingolstadt in Ton und Bild aufzuzeichnen und, verschriftet, in die Zeitzeugenprotokolle aufzunehmen, in einer französischen und einer deutschen Fassung(,die von dem ihm persönlich seit vielen Jahren verbunden Freund Gerd Treffer besorgt wurde) und sie so der historischen Forschung zugänglich zu machen.

Diese Dokumentation bildet die Grundlage für das nun vorliegende Buch. Es ist nach Peter Schnells „ nach-denken“ (Ingolstadt, 2022) der zweite Band der Reihe Zeitzeugenprojekte und auf Wunsch des emeritierten Kulturreferenten Gabriel Engert zweisprachig Deutsch/Französisch und umfangreich im Mittelteil mit dokumentarischen Fotos unterlegt erschienen.


Jean-Pierre Leleux; an-denken. L’Histoire d’un grand ami d’Ingolstadt ;(Hrsgb. von der Stadt Ingolstadt, Stadtarchiv, Zentrum Stadtgeschichte – Bd. 2 der Reihe Zeitzeugenportraits ); Ingolstadt, 2024;
112 S; ISBN 978-3-910437-06-7; 18 Euro.( Erhältlich im Buchhandel unter Angabe der ISBN-Nummer und an der Kasse des Stadtmuseums Ingolstadt).
Redaktion und Übersetzungen: Dr. Gerd Treffer und Annick Treffer